Nachdem die Stimmberechtigten von Leibstadt und Full-Reuenthal Ende Mai an den gleichzeitig stattfindenden Gemeindeversammlungen dem Vertrag über die gemeinsame Führung der Verwaltungen mit grossen Mehrheiten zugestimmt hatten, schien alles in bester Ordnung zu sein. In Full-Reuenthal allerdings setzte es längere Diskussionen zu diesem Thema ab und im Nachgang zur Versammlung wurde bei der Gemeindeabteilung im Departement Volkswirtschaft und Inneres auch prompt eine Beschwerde gegen die Verfahrensführung eingereicht.

Beschwerdeführer und Beschwerdeinhalt sind im Dorf nicht bekannt. Vermutet wird, dass sich die Beschwerde entweder gegen die voreilige Bekanntgabe des Leibstadter Abstimmungsresultats durch den Gemeinderat oder aber gegen den Hinweis des Gemeinderates richtet, einzelne Anträge zum Traktandum «Gemeinsame Führung der Verwaltungen Leibstadt und Full-Reuenthal in Leibstadt» seien nicht möglich. In Frage komme lediglich - so die Auskunft des Vizeammanns Roland Zepf im Verlauf der damaligen Diskussion - ein Rückweisungsantrag.

Versammlung in der Ferienzeit

Aufgrund der Beschwerde sah sich der Gemeinderat gezwungen, eine ausserordentliche Versammlung mit dem Haupttraktandum «Gemeindevertrag über die Führung der Verwaltungen Leibstadt und Full-Reuenthal in Leibstadt» einzuberufen. In der Einladung erläutert der Gemeinderat in kurzen Worten die Sachlage und hält nebenbei fest, nach wie vor der Ansicht zu sein, korrekt gehandelt zu haben und zu gegebener Zeit Stellung zur Beschwerde zu nehmen.

Den Entscheid, die ausserordentliche Gemeindeversammlung in die Ferienzeit zu legen, begründet der Gemeinderat mit dem Hinweis, die Behandlung von Beschwerden würde sich über mehrere Monate erstrecken. «Kann der Verwaltungszusammenschluss nicht wie geplant am 1.Januar 2012 erfolgen, entstehen der Gemeinde sehr grosse finanzielle Nachteile», schreibt der Gemeinderat in der Einladung zur ausserordentlichen Gemeindeversammlung, die am Mittwoch, 20. Juli in der Turnhalle Full stattfindet.

Die EDV-Anlage der Verwaltung müsste ersetzt werden. Allein dafür würden Kosten von mehreren zehntausend Franken anfallen. Ausserdem, so die Argumentation des Gemeinderates Full-Reuenthal, müsste der Vertrag mit der Gemeindeberatungsfirma InterComuna AG verlängert werden, «was auch nicht zu unterschätzende Kosten verursachen würde.»