In einem Leserbrief in der Lokalzeitung "Die Botschaft" ärgert sich der Klingnauer Einwohner Beat Bolliger über "eine alte Einstellhalle", die auf der Gemeindegrenze zwischen Klingnau und Döttingen errichtet worden sei. Denn: "Laut Anfrage bei den Gemeindebehörden ist keine Baubewilligung vorhanden", schreibt er weiter.

Eine Recherche zeigt: Besagte Parzelle befindet sich an der Döttinger Gewerbestrasse, anliegend an die Kreuzung der Umfahrungsstrasse J5 zum Klingnauer Nägeliweg. Sie gehört Josef Senn, der sie für sein Abschlepp- und Pannendienst-Unternehmen mit Sitz in Döttingen nutzt. Die Parzelle befindet sich auf Döttinger wie auf Klingnauer Boden und liegt gemäss Bauordnung jeweils in der Arbeitszone.

Die Gemeinde Döttingen bestätigt auf Anfrage, dass ein Verstoss gegen das Baugesetz vorliegt. Bauverwalter Mario Lerf spricht von einem "halboffenen Unterstand", der "ohne Vorliegen einer Baubewilligung erstellt worden" sei.

Beim Unterstand handelt sich um einen Elementbau.

Beim Unterstand handelt sich um einen Elementbau.

Der Unterstand befinde sich zum grösseren Teil auf Döttinger, zu einem kleineren Teil auch auf Klingnauer Boden und bestehe aus zwei Elementbauten von 10 auf 15 respektive 10 auf 7 Meter Grösse. Die Gemeinde habe den Verstoss am 27. März festgestellt. Daraufhin forderte sie Senn auf, nachträglich ein Baugesuch einzureichen, dem dieser am 6. April, also nach zehn Tagen, nachkam.

Warten auf Baubewilligung

Josef Senn, auch ehemaliger Gemeinderat in Döttingen, gibt sich auf Anfrage gelassen. "Wir haben die Elemente vor wenigen Wochen aufgestellt, um zu schauen, wo der beste Standort auf der Parzelle ist", sagt er. Er brauche den überdachten Unterstand für seine bis zu 30 Meter langen Abschlepp- und Pannendienstfahrzeuge. Er sei davon ausgegangen, dass er eine solche provisorische Baute auf dieser Parzelle für kurze Zeit stehen lassen kann. "Der genaue Standort ist ja noch nicht definitiv, und die Halle ist noch nicht fest verankert." Jetzt warte er die Behandlung des Baugesuchs und die Baubewilligung ab. 

Die Baute ist nur wenige Meter von der Kantonsstrasse erstellt worden. Diese befindet sich rechts der Mauer. Für den Bau wird deshalb auch die Zustimmung des Kantons nötig sein.

Die Baute ist nur wenige Meter von der Kantonsstrasse erstellt worden. Diese befindet sich rechts der Mauer. Für den Bau wird deshalb auch die Zustimmung des Kantons nötig sein.

Gemäss Vereinbarung der beiden Nachbargemeinden prüft nun die Döttinger Bauverwaltung das Baugesuch. Sie klärt damit auch, ob der Unterstand so stehen bleiben kann. Je nach Standort wird der Gemeinderat von Döttingen und Klingnau über das Baugesuch befinden. Wann das Baugesuch öffentlich aufgelegt wird, steht noch nicht fest.

Wegen der unmittelbaren Nachbarschaft der Kantonsstrasse ist auch die Zustimmung des Kantons notwendig. Weiter ist es Sache von beiden Gemeinderäten, über einen Verstoss gegen das Baugesetz zu befinden. Josef Senn droht damit also eine Busse von Klingnau wie von Döttingen.