«Gestalten Sie mit uns die Zukunft unseres Dorfkerns!», steht auf der Einladung der Gemeinde Fisibach zu einem öffentlichen Workshop am morgigen Samstag. Von 9 bis 11.30 Uhr wolle man mit der Bevölkerung in Austausch treten. Es soll um die Zentrumsentwicklung gehen – was beim heutigen Dorfkern fehle, ob dieser in Zukunft eher ländlich oder urban gestaltet werden solle. Nach der Ablehnung des Fusionsvertrags zu Rheintal+ an der ausserordentlichen Gemeindeversammlung rückt in Fisibach nun wieder die interne Entwicklung in den Fokus. Gemeindeammann Roger Berglas räumt ein, dass die Diskussion um den Beitritt zur Grossgemeinde Zurzach die Dorfentwicklung ausgebremst hat. «Diese Grundsatzfrage musste vorgängig geklärt werden. Nach der Ablehnung helfen uns die Ergebnisse aus dem Verhandlungsprozess aber gleichermassen weiter, weil wir die Potenziale besser erkennen können», so Berglas.

Während sich die Gemeinde in früheren Jahrzehnten wohl zu sehr auf die einfache, kurzfristige Verwaltung fokussiert hätte, wurde insbesondere durch Rheintal+ in den vergangenen Jahren mehr reflektiert: Wo liegen die Stärken und Schwächen von Fisibach, wohin will die Gemeinde? Für Roger Berglas ist klar, dass Fisibach weiterhin eine funktionierende Dorfgemeinschaft sein soll, die in Zukunft ihre Zusammenarbeit mit Bund, Kanton und der Region noch weiter verstärken will. «Kürzlich haben wir uns entschieden, in einer Pilotphase den neuen regionalen Sportkoordinator mitzufinanzieren. Es ist gut vorstellbar, dass wir bei Feuerwehr, Forstwirtschaft, Bau- und Nutzungsordnung und sogar bei Verwaltungsaufgaben in Zukunft als Partner der Rheintal+-Gemeinden noch enger zusammenarbeiten», sagt der Ammann.

Der morgige Workshop widmet sich mehr der «innenpolitischen Gemeindeentwicklung». Bereits 2010 wurde bei einer Zukunftskonferenz der Wunsch der Bevölkerung nach einem belebten Dorfkern laut. Zwar ging die Gemeinde durch die Errichtung des Spielplatzes diesem Wunsch nach. Doch, so Berglas: «Der Dorfkern ist heute sehr leblos. Nach und nach haben Schule, Post, Bank und der örtliche Laden geschlossen. So kann es nicht weiter gehen, deshalb haben wir zur Professionalisierung das Brugger Planungsbüro Metron miteinbezogen.» Die Gemeinde will Anreize schaffen, um die Fisibacher wieder ins Zentrum zu locken. Der Workshop soll nun Klarheit schaffen, was sich die Bevölkerung wünschen würde.