Viele Hunde- und Katzenhalter in Lengnau leben in Angst um ihre Lieblinge. Ein Unbekannter droht, die Tiere zu vergiften. Der Partner von Ute Paech hat das Plakat mit der Drohung vor rund zwei Wochen entdeckt und ihr sofort Bescheid gesagt. «Unser Hund lebt bei meinem Partner in Lengnau. Natürlich haben wir jetzt Angst, dass ihm etwas passiert», sagt sie.

Das Plakat war am Stromhäuschen an der Brunnengasse Ecke Zürcherstrasse befestigt. Auf den ersten Blick sah es harmlos aus. «Achtung liebe Tierfreunde» war in regenbogenfarbenen Buchstaben am oberen Rand auf das weisse A4-Papier gedruckt, die Worte darunter waren in herkömmlicher Computerschrift.

Doch beim Lesen der Nachricht lief es den Hundehaltern kalt den Rücken herunter. «Es wurde festgestellt, dass die vielen Kothäufchen ihrer Lieblinge in den Gärten der Nachbarn nicht überall für Heiterkeit sorgen», stand da. Und weiter unten: «Aber auch Giftköder können Ihrem geliebten Hund oder Büsi Schmerzen bereiten.»

Menschen streiten, Tiere leiden

«Ich weiss nicht, wie ernst dem Verfasser die Drohung ist. Doch auch wenn es ein Scherz sein sollte, ist es nicht lustig», sagt Paech. Hier würden die Tiere darunter leiden, dass einiger Halter die Kothaufen nicht aufheben. Die Strasse, in der das Plakat aufgehängt wurde, ist ein Durchgangsweg für Spaziergänger mit Hunden. Viele Katzen sind in der Umgebung unterwegs. «Doch auch die Füchse und Marder, die dort herumstreifen, verrichten ihr Geschäft und fressen, was herumliegt», sagt Paech.

Paech und ihr Partner wollten das Plakat nach Hause nehmen, doch aufgrund des Regens sei es am Abend bereits nicht mehr lesbar gewesen. Einen Verdacht, von wem das Plakat stammen könnte, haben sie nicht. Paech und ihr Partner haben bei der Polizei Anzeige gegen unbekannt erstattet. «Jetzt halten wir die Augen offen», sagt Paech.

Polizei hat keine Kenntnis

Daniel Salm, Stellvertretender Polizeichef der Regionalpolizei Zurzibiet, hat von der Drohung in Lengnau keine Kenntnis. Doch es sei schwierig, in solchen Fällen zu reagieren. «Wir können hier vor allem präventiv wirken und mit einer Nachricht im Mitteilungsblatt die Tierhalter warnen», sagt er. Einzuschätzen, ob die Drohungen ernst gemeint sind oder nicht, sei fast nicht möglich. «Nach einem Täter können wir erst gezielt suchen, wenn das erste Delikt vorliegt, das heisst, wenn ein Tier getötet wurde, oder wenn konkrete Hinweise auf die mögliche Täterschaft bestehen», sagt Salm.