Nachts um 3.24 Uhr läuft ein Mann über ein Privatgrundstück in Rietheim. Was er nicht weiss: Eine private Überwachungskamera filmt ihn für wenige Sekunden. Auch in jenem Moment, als er seinen Kopf zur Seite dreht und man eine Gesichtshälfte erkennen kann. Er trägt dunkle Kleidung und eine auffällige Brille. Sein Haaransatz ist etwas zurückgezogen. 

"Er hat den Hauseingang und die Garagen ausgekundschaftet", sagt der Hausbewohner, der die Kamera installiert hat, zur AZ. "So wie er sich aufs Grundstück zubewegte und wieder abzog, hat er wohl nicht nur unser Haus besucht", ist sich der Rietheimer sicher. Das Video hat er der Polizei geschickt.  

In derselben Nacht hat eine unbekannte Täterschaft nur wenige hundert Meter entfernt an der Entwiesenstrasse im benachbarten Bad Zurzach ein Auto aufgebrochen. Bernhard Graser, Sprecher der Kantonspolizei, bestätigt dies der AZ. "In einem Ford wurde eine Fensterscheibe eingeschlagen und ein Portemonnaie entwendet", sagt er. Seit Samstag sei es in Bad Zurzach und Rietheim zu keinen weiteren Fahrzeugaufbrüchen oder gar Einbrüchen gekommen. 

Einzeltäter, die nachts herumschleichen

War der Autoknacker jener Mann, der in Rietheim um die Häuser schlich? Diese Frage drängt sich auf. "Das ist nicht abwegig", antwortet Graser. Er geht davon aus, dass es sich um einen in der Region ansässigen Gelegenheitsdieb handelt und nicht um einen Kriminaltouristen auf Durchreise. "Es gibt diese Einzeltäter, die nachts herumstreichen und Ausschau halten nach leichter Beute." Die Kantonspolizei rät deshalb, keine Wertsachen im Auto zu lassen. Weder nachts noch tagsüber. Denn auch dann schlagen Gelegenheitsdiebe zu. "Die suchen das schnelle Geld", sagt der Kapo-Sprecher. Einbrüche verüben diese Täter selten. Wenn, dann schlüpfen sie durch eine nicht abgeschlossene Haustür in ein Eigenheim auf der Suche nach Bargeld und Wertsachen. 

Froh ist die Kantonspolizei um das Video von der dubiosen Gestalt. "Wir erhalten ab und zu solche Videos. Es werden spürbar mehr", sagt Graser. Die Hausbewohner rüsten offensichtlich auf. Die Bilder werden vom Analysezentrum ausgewertet. Dabei werden etwa Bildabgleiche vorgenommen. Bei einem Treffer muss sich die Person demnächst auf Besuch von der Polizei gefasst machen.