Am Donnerstag ist in weiten Teilen des Aargaus ein Feiertag. Ob die Endinger an Fronleichnam ebenfalls Grund zum Feiern haben, ist nach dem ersten Barragespiel ungewiss, aber nicht unmöglich. Einer, auf den eine Doppelschicht wartet, ist Lukas Riechsteiner. Der Wirtschaftsingenieur-Student besucht am Vormittag noch eine Vorlesung an der Fachhochschule Nordwestschweiz in Brugg. Am Nachmittag steigt er dann in den Mannschaftsbus und fährt Richtung Ostschweiz.

Der 24-Jährige war am Dienstagabend mit sechs Treffern der beste Schütze seines Teams. Freuen mochte er sich über die eigene Leistung allerdings nicht. «Das Unentschieden fühlt sich wie eine Niederlage», sagte Riechsteiner, der von den vielen Körperkontakten mit den Gossauern sichtliche Spuren davon trug.

TV Endingen-Trainer Michael Spuler nach dem Spieler

TV Endingen-Trainer Michael Spuler nach dem Spiel

Michael Spuler blickt nach dem 24:24 im Barrage-Hinspiel bereits nach vorne.

Der Auftakt in die Barrage wurde zur erwartet umkämpften Partie. Die Endinger, denen der Abnützungskampf gegen Suhr Aarau noch in den Knochen steckte, waren in keiner Weise gewillt, den höherklassigen Ostschweizern Geschenke zu verteilen. Im Gegenteil. Die Surbtaler erwischten den besseren Start. Sie lagen nach sieben Minuten mit 3:1 in Führung. Dann beorderte Gäste-Trainer Rolf Erdin erstmals seinen Topskorer Christoph Piske aufs Feld. Es dauerte keine Minute, als der Motorradliebhaber ein erstes Mal am Gaspedal schraubte. Bis zur Halbzeit traf der Deutsche viermal. Damit war Piske erwartungsgemäss der beste Schütze in der GoEasy-Arena in Siggenthal. Endingen liess sich von zwischenzeitlichen Tempoverschärfung der Gäste nicht aus der Ruhe bringen. Angeführt von Lukas Riechsteiner lagen die Endinger zur Pause 12:11 vorne.

Zu viele Fehlwürfe

An der Gangart änderte sich auch in der zweiten Hälfte nichts. Keine Mannschaft vermochte sich mit mehr als zwei Treffern abzusetzen. Die Gossauer legten zwar meistens vor. Vorentscheidend abschütteln konnten sie die kampfstarken Endinger nicht. Die Endinger müssen sich indes an der eigenen Nase nehmen, dass die Partie nicht zu ihren Gunsten entscheiden konnten. Trainer Michael Spuler machte insgesamt 28 Fehlwürfe seiner Spieler aus. «Das ist eindeutig zuviel. So kann man natürlich keine Begegnung gewinnen.» Eine, der seine Fehlerquote tief halten konnte, war Lukas Riechsteiner. «Er überzeugte auf der ganzen Linie.»

Was dieses Ergebnis wert ist, wird sich in der Sporthalle Buechenwald in Gossau zeigen. Michael Spuler versprüht trotz der schwachen Offensivleistung weiterhin Zuversicht: «Wir haben es weiterhin in den eigenen Händen, um den Traum vom Aufstieg zu verwirklichen.» Gleiches sagt Lukas Riechsteiner. «Wir fahren sicher nicht in die Ostschweiz zum Vergüngen.»

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Liveticker TV Endingen - Gossau