Natürlich haben die Spieler, Funktionäre, Betreuer und Zuschauer gejubelt, als der Aufstieg des TV Endingen feststand. Aber zuerst war da einmal eine riesige Erleichterung zu spüren. «Nach der letzten Saison war das eine Bestätigung für den ganzen Verein», erklärte stellvertretend Werner Locher. Er hat den TV Endingen zusammen mit Toni Hasler zum ersten Mal in die Nationalliga A geführt und war viele Jahre Präsident des TV Endingen. Mit der letzten Saison spielt Locher wie viele andere darauf an, dass man vor genau einem Jahr in den Abstiegsspielen auch mit zwei Erfolgen führte und danach den Gang in die NLB doch nicht verhindern konnte.
Christian Riechsteiner ist als Endinger Urgestein bereits fünfmal auf- und viermal abgestiegen. Trotzdem gibt das natürlich überhaupt keine Routine. «Das war emotional der schwierigste Aufstieg», erklärt der Captain sichtlich gerührt und bewegt. Kurz vor den Aufstiegsspielen ist Goalietrainer Martin Pauli verstorben. Aber er war immer dabei. In den Herzen, in den Gedanken und als Porträt, sowohl beim obligaten Mannschaftsfoto als auch in der Kabine. «Wir haben dieses Projekt zusammen gestartet. Leider konnten wir es nicht zusammen beenden», erklärt ein ebenfalls erleichterter und bewegter Trainer Zoltan Majeri.


Abschied von Kündig und Sarac


Abschied mussten die Endinger auch von Sebastian Kündig nehmen, der nie für einen anderen Verein gespielt hat. «Ich gehe schon mit mehr als nur einem weinenden Auge. Es fällt mir im Moment schwer», gibt der Flügelflitzer unumwunden zu. «Aber in ein paar Tagen überwiegt die Freude über den Aufstieg.» Ebenfalls in der NLA nicht mehr dabei sein wird Armin Sarac, der auch eine spezielle Bindung zum TVE hat. Sein Vater Samir war schon Spieler und später Spielertrainer beim Fanionteam, als er als kleiner Knirps in den Pausen der «Grossen» dem Ball hinterherjagte.
«Es war mental sehr schwierig», meinte auch Nemanja Sudzum. Der serbische Shooter ist schon seit sieben Jahren in Endingen und hat hier Wurzeln geschlagen. «Wir lagen auch gegen GC 2:0 in Führung. Vielleicht haben wir deshalb nicht so gut gespielt. Ich zum Beispiel war sehr steif», gab er zu, während er seine Kinder und den selber organisierten Pokal – vom Verband und von der Liga gibt es keinen Pokal mehr – auf den Händen trug. Beides sichtlich mit Stolz. Er wird seine Karriere langsam beenden und in der neuen Saison vor allem die jungen Spieler an die NLA heranführen. «Ich habe eine neue Rolle und freue mich darauf», meinte er auch spürbar erleichtert, bevor er seine Kinder knuddelte und den Pokal küsste. Danach ging die Aufstiegsparty in der Kabine weiter – immer noch mit einem grossen Gefühlspotpourri für die Aufstiegshelden aus dem Surbtal.