Döttingen

Trotz Niederlage verzichtet die IG Fusion Pro auf eine Beschwerde

Döttingen (im Vordergrund) und Klingnau gehen weiterhin ihre eigenen Wege. Angelo Zambelli

Döttingen (im Vordergrund) und Klingnau gehen weiterhin ihre eigenen Wege. Angelo Zambelli

Reaktionen der Döttinger Fusions-Befürworter einen Tag nach dem Nein zum Zusammenschluss mit Klingnau: Die IG Fusion Pro verzichtet auf die Beschwerde wegen des nicht publizierten Abstimmungsresultats der ausserordentlichen Gemeindeversammlung.

Peter «Zucki» Richard von den siegreichen Gegnern des Zusammenschlusses mit Klingnau sind keine grossen Siegergefühle zu entlocken.

Natürlich sei er erfreut über die Ablehnung der Fusion, sagt der pensionierte Lehrer. «Aber ich habe mehr Nein-Stimmen erwartet.» Richard hofft, dass mit dem Abstimmungsresultat vom Sonntag das Hickhack um die Gemeindezusammenschluss beendet ist.

Als Gründe für die Ablehnung nennt Richard «finanzielle Bedenken der Döttinger Stimmbürgerinnen und Stimmbürger», aber auch, «dass die Bevölkerung kein Wachstum um jeden Preis will, wie ihn der Döttinger Gemeinderat anstrebt.

Döttingen und Klingnau sind intakte Gemeinden, die ihre Situation nicht über einen Zusammenschluss verbessern müssen.»

«Das grosse Ziel nicht erreicht»

Die IG Fusion Pro hat sich vor der Urnenabstimmung ein kleines und ein grosses Ziel gesteckt. Das kleine: eine hohe Stimmbeteiligung. Das grosse: die Annahme des Zusammenschlusses der beiden Gemeinden.

«Mit einer Beteiligung von 60 Prozent haben wir das kleine Ziel erreicht», sagt Christoph Rechsteiner von der IG Fusion Pro.

«Klar nicht erreicht haben wird das Ziel der Zustimmung zur Gemeindefusion», räumt Rechsteiner ein. «Das Verhältnis ein Drittel zu zwei Drittel ist eine klare Willensäusserung der Stimmberechtigten, die es zu respektieren gilt.

Natürlich sind die Mitglieder der IG und ich persönlich enttäuscht. Aber wir nehmen die Niederlage sportlich.» Dazu gehöre auch, so Rechsteiner, dass auf Beschwerde wegen des nicht publizierten Abstimmungsresultats der ausserordentlichen Gemeindeversammlung verzichtet werde.

«Würden wir das tun, wären wir schlechte Verlierer», sagt Rechsteiner. Im Übrigen habe das Fehlen der Information nur geringen oder gar keinen Einfluss auf den Ausgang der Abstimmung gehabt.

Gründe zu finden ist schwer

Die Gründe für die Niederlage zu benennen sei schwierig, sagt Rechsteiner. «Ich bin nach wie vor überzeugt, dass wir die besseren Argumente hatten.

Aber wir haben die Gefühle der Döttingerinnen und Döttinger nicht genügend berücksichtigt. Vielleicht haben wir eine zu sachliche Diskussion geführt und konnten die Ängste der Bevölkerung vor einem Zusammenschluss nicht beiseite räumen.»

Die IG Fusion Pro fasst das klare Verdikt der Stimmbürgerinnen und Stimmbürger auch als indirekte Aufforderung auf, das Thema «Zusammenschluss» nun ruhen zu lassen.

Rechsteiner: «Ein erneuter Anlauf wäre eine Zwängerei.» Das Abstimmungsresultat sei aber kein Votum gegen eine weitere, vielleicht sogar verstärkte Zusammenarbeit mit Klingnau, sagt Rechsteiner. «Diesen Weg werden wir weiter gehen müssen.»

Den Humor hat der Initiant der IG Fusion Pro trotz der Abstimmungsniederlage nicht verloren: «Dazu besteht auch kein Grund», sagt er und fügt an, dass die IG so lange bestehen bleibe, bis sie an einem Gartenfest mit Grilladen und Bier aufgelöst werde.

Verwandte Themen:

Meistgesehen

Artboard 1