Es läuft die letzte Spielminute. Aare/Rhy-Team-Spielmacher Ivo Bajusic setzt sich den Ball zum letzten Freistoss der Partie. Ein kurzer Anlauf, ein strammer Schuss und Tor. Zofingens Torhüter lässt den Ball durch seine Hände flutschen. Es hätte so schön sein können, doch anstatt des entscheidenden Tores erzielte Bajusic nur den Ehrentreffer zum 1:3.

Ein Cupsieg vom Aare/Rhy-Team wäre aber auch eine grosse Überraschung gewesen. Denn der C-Junioren Cupfinal stand unter verschiedenen Vorzeichen. Auf der einen Seite das Team Regio Zofingen – Tabellenführer der höchsten Juniorenspielklasse im Kanton Aargau. Auf der anderen Seite die jungen Zurzibieter, die eine Liga tiefer spielen. Oberklassiger gegen Unterklassiger. Favorit gegen Aussenseiter. So lauten typische Cuppartien in den Startrunden. Das es zu einer solchen Begegnung in einem Finalspiel kommt ist eher selten. «Das stimmt, aber wir haben an unsere Chance geglaubt», sagt Aare/Rhy-Trainer Michi Bée nach dem Schlusspfiff.

Taktisch wie Atlético Madrid

Es war auch nicht so, dass die Zurzibieter chancenlos waren. Die junge Mannschaft von Bée hatte bei bestem Fussballwetter und vor 400 Zuschauern um jeden Ball gekämpft. In der ersten Halbzeit konnten sie die Partie ausgeglichen gestalten. In der Abwehr liess das Aare/Rhy-Team kaum etwas zu. Vorne wurde immer wieder der pfeilschnelle Dylan Bilger lanciert. Dieser hatte alleine gegen die Zofinger Abwehr einen schweren Stand. Die Spielweise vom Aare/Rhy-Team erinnerte an jene von Atlético Madrid, die unter der Woche im Champions-League-Halbfinal überraschend das grosse Bayern München aus dem Wettbewerb warfen.

Wäre die 40. Minute nicht gewesen, hätte das Team von Michi Bée ebenfalls als Überraschungssieger vom Platz gehen können. Kurz vor der Pause leisteten sich die Zurzibieter eine kurze Unachtsamkeit in der Abwehr, was Zenuni von Zofingen eiskalt zum 1:0-Führungstreffer ausnutzte. «Dieses Tor war sehr ärgerlich und hat uns das Genick gebrochen», sagt Bée.

Trainer Michel Bée ist stolz auf sein Team

In der zweiten Hälfte gelang es der jungen Mannschaft nicht mehr, den Schalter umzulegen. Gefahr ging nur noch durch Standardsituationen aus. In der Abwehr liess die Konzentration nach. So sind wohl auch die zwei weiteren Gegentreffer zu erklären, die nach Ballverlusten in der Vorwärtsbewegung zustande kamen.

«Ich bin trotzdem stolz auf mein Team. Sie haben sich gut präsentiert», sagt Bée. Natürlich sei er auch enttäuscht. Im Cupfinal stehe man nicht an jedem Spieltag. Die Saison ist mit dieser Cupfinal-Niederlage aber noch längst nicht gelaufen. In der Liga ist das Aare/Rhy-Team Tabellenführer. Würde man im Sommer aufsteigen, hätten die Zurzibieter in der nächsten Saison die Gelegenheit auf eine Revanche gegen das Team Regio Zofingen – zumindest in der Meisterschaft.