Pius Müller müsste allen Grund zur Freude haben: Der Präsident des Tierparks durfte am vergangenen Sonntag rekordverdächtige 200 Besucher auf dem Gelände oberhalb des Fleckens begrüssen. Über mangelndes Interesse kann sich Müller nicht beklagen. Im Gegenteil: Die Nachfrage nehme laufend zu. Rund 200 Tiere, von Weisskopfaffen über Zwergziegen bis hin zu Emus und Pfaue locken Besucher aus der ganzen Region an.

Gleichwohl ist Pius Müller zum Lachen derzeit nicht zumute. Die Verantwortlichen des Tierparks, der letztes Jahr sein 40-jähriges Bestehen feiern durfte, plagen existenzielle Sorgen. Die Zukunft ist ungewiss: Die Anlage hat inzwischen eine gewisse Grösse erreicht, die professionellere Strukturen benötigen. Ausserdem haben sich die Vorschriften im Lauf der Jahre geändert. Es brauche unterdessen verschiedenste Bewilligungen für die Tierhaltung, sagt Müller. Um attraktiv zu bleiben, wolle man zudem weiter wachsen. Für den Trägerverein ist darum klar: Es braucht künftig professionellere Rahmenbedingungen. Benötigt wird ein ausgebildeter Tierwärter oder eine Tierwärterin, welche die anspruchsvolle Aufgabe erfüllen können.

Tierpark Bad Zurzach vor ungewisser Zukunft

Tierpark Bad Zurzach vor ungewisser Zukunft

Da der jetzige Tierpfleger bald in den Ruhestand geht, braucht es einen Nachfolger. Dieser muss zusätzliche Anforderungen erfüllen, was weitere Kosten verursacht.

Die Person soll Pius Müller in absehbarer Zeit ablösen. Der 71-Jährige, der täglich bis zu fünf Stunden im Park verbringt, möchte kürzertreten und spätestens in einem Jahr die Geschicke seinem Nachfolger übergebeben. «Das Problem ist nicht entsprechendes Personal zu finden», so Müller. Der entscheidende Punkt seien die Finanzen. Der Verein kann sich eine vollamtliche Fachkraft mit eigenen Mittlen nicht leisten.

Deshalb hat man sich nun auf die Suche nach Sponsoren begeben. Ohne eine externe Finanzierung würde dem Park vermutlich das Ende drohen. Unterstützt wird Müller in seinen Bemühungen mittlerweile von einer Donatoren-Gruppe aus dem Ort. Ihr gehören unter anderem Gemeindeschreiber Daniel Baumgartner, Bad Zurzach Tourismus, die ansässige Gesundheitsförderung und der ehemalige Ammann Franz Nebel an. «Wir verfügen nicht über das notwendige Netzwerk, um an die richtigen Leute zu gelangen», sagt der Präsident.

Mitte März wird informiert

Pius Müller glaubt, dass die Aussichten trotz der schwierigen Situation nicht so schlecht sind. «Allen Beteiligten liegt etwas daran, dass der Tierpark auch in Zukunft betrieben werden kann. Wie viel Geld benötigt wird, kann er momentan noch nicht sagen. «Das hängt auch davon ab, zu wie viel Prozent der künftige Tierwärter effektiv angestellt würde.» Müller ist aber froh, dass ein Anfang gemacht sei. Über den Stand der Dinge und wie es weitergeht, will er an der Generalversammlung des Vereins Mitte März informieren.