Finanzierung

Tierpark Bad Zurzach: Sorgen bleiben trotz Geldspritze – jetzt will die Gemeinde Unterstützung bieten

Der Tierpark soll auch in Zukunft ein Ausflugsziel bleiben. Die Frage ist, mit welchem Angebot.

Der Tierpark soll auch in Zukunft ein Ausflugsziel bleiben. Die Frage ist, mit welchem Angebot.

Eine nachhaltige Finanzierung des kleinen Zoos ist weiter ungelöst. Seitens der Gemeinde wird Verständnis für das vorherrschende Dilemma im Tierpark aufgebracht. Denkbar ist beispielsweise, dass der Tierbestand reduziert werden muss.

Der Tierpark oberhalb von Bad Zurzach gehört seit über 40 Jahren zu den beliebtesten Ausflugsorten in der Region – vor allem bei Kindern und Familien. Jährlich kommen Tausende Besucher auf das Gelände, um sich die Zeit bei Emus, Ziegen, Hühnern, Schwänen, Fasanen und an den Picknickplätzen zu vertreiben. Doch die Idylle trügt: Seit längerem plagen den Verein Tierpark Bad Zurzach, der die Anlage unterhält, finanzielle Sorgen (die AZ berichtete). Die Strukturen sind nicht mehr zeitgemäss. Mit ehrenamtlichen Mitgliedern allein lässt sich der Aufwand nicht mehr bewältigen.

Gemeinde will Unterstützung bieten

Geleitet wird der kleine Zoo von Vereinspräsident Pius Müller. Er hat wiederholt darauf hingewiesen, dass die Pflege in professionelle Hände übergeben werden müsse, auch weil er selber kürzertreten möchte. Müller ist 72 und stellt seit Jahren den Betrieb sicher. Die Krux: Der Verein lebt von Spenden und kann sich einen Nachfolger von Müller, idealerweise einen gelernten Tierwärter, nicht leisten.

Darum hat er das Gespräch mit der Gemeinde gesucht. Diese signalisierte ihre Bereitschaft, im Rahmen ihrer Möglichkeiten, den Verein zu unterstützen. «Wir haben ein grosses Interesse, dass der Tierpark weitergeführt wird», sagt Ammann Bernhard Scheuber. Entstanden ist eine Trägerschaft, bestehend aus der Gemeinde, den Ortsbürgern, auf deren Grund der Park steht, Bad Zurzach Tourismus sowie der Stiftung Gesundheitsförderung Bad Zurzach + Baden.

Bernhard Scheuber

Bernhard Scheuber

Jobinserat ist aufgeschaltet – es gibt schon Interessenten

Die gute Nachricht für den Verein: Müller erhielt die mündliche Zusage für einen jährlichen finanziellen Zuschuss. Allerdings: Nicht in dem Umfang, wie er es sich erhofft hatte. «Der Betrag dürfte für eine 40- bis 50-Prozent-Stelle reichen», sagt er. Für einen vollamtlichen Tierwärter oder eine Tierwärterin würden aber jährliche Nettokosten von rund 80'000 Franken anfallen, rechnet er vor.

Ungeachtet dessen hat Müller letzte Woche ein Jobinserat (Pensum 60 bis 70 Prozent) geschaltet. Gemeldet haben sich bisher keine gelernten Fachkräfte, sondern pensionierte Landwirte und andere Quereinsteiger.

Wünsche den Möglichkeiten anpassen

Bernhard Scheuber bringt für Müllers Dilemma Verständnis auf. «Wir können den Wunsch nach einem vollamtlichen Tierpfleger aber nicht finanzieren.» Er rät dem Verein, das bestehende Angebot zu überdenken und sich den Gegebenheiten anzupassen. Beispielsweise mit einer gezielten Auswahl von Tieren, «ohne dass darunter die Attraktivität des Parks leidet.»

Aus Sicht der Trägerschaft wäre es ausserdem wenig sinnvoll, das Loch nur für zwei, drei Jahre zu stopfen, so Scheuber. Er sagt:

Mit anderen Worten: Der Verein müsste sich von Tierarten trennen oder den Bestand reduzieren. Diese Überlegungen hat sich Pius Müller ebenfalls gemacht. «Ob damit der gewünschte Spareffekt erreicht wird, ist eine andere Frage. Ob man zwei oder vier Ziegen füttert, macht wenig Unterschied.» Kommt hinzu, dass Projekte wie die Anschaffung von Zwergeseln und die Erweiterung des Ziegenstalls in Planung sind.

Mitglieder diskutieren heute weiteres Vorgehen

Antworten, wie sich die Mitglieder zu den brennenden Fragen stellen, wird Pius Müller heute Abend erhalten, wenn der Verein seine Generalversammlung durchführt. «Danach werden wir mehr wissen, in welcher Form wir den Tierpark weiter betreiben können.»

Müller selbst will unabhängig vom künftigen Kurs seine Dienste in beratender Funktion anbieten. Zudem stellt er sich für eine weitere Amtszeit als Präsident zur Verfügung.

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