Eine letzte Umarmung von ihrem Freund, tief durchatmen und dann muss sie auch schon auf die Bühne: Die 19-jährige Moira Buser aus Tegerfelden hat am Samstag mit ihrer Tanzeinlage in der Castingshow «Die grössten Schweizer Talente» des Schweizer Fernsehens die vier Juroren um den Verstand getanzt.

«Das war das Beste, das wir heute gesehen haben», sagt DJ Bobo nach ihrem Auftritt begeistert. Und Christa Rigozzi ergänzt: «Wir suchen das grösste Schweizer Talent – du bist eines davon.» Drei von vier Jury-Stimmen braucht Moira, um in die engere Auswahl für das Halbfinale Ende März zu kommen, doch bei ihr fällt das Resultat einstimmig aus: Auch Sven Epiney und Gilbert Gress sind begeistert von der Kantischülerin und geben ihr ihre Stimme.

Moira Buser hat mit ihrer eigenen Choreografie die Jury von «Die grössten Schweizer Talente» begeistert.

Moira Buser hat mit ihrer eigenen Choreografie die Jury von «Die grössten Schweizer Talente» begeistert.

«Ich war sehr nervös vor dem Auftritt», sagt Moira. «Ich brauche vorher immer zwei Minuten für mich alleine. Dann atme ich durch und sage mir selber ‹du schaffst das›». Dass ihr Freund dabei gewesen sei, habe ihr sehr geholfen. Sobald sie auf der Bühne stehe und die Musik beginne, sei die Nervosität vorbei: «Dann bin ich in einer anderen Welt.» Dass sie vor ihrem Auftritt ihren Heimatort als «Chuehdörfli» bezeichnet hat, sei nicht negativ gemeint gewesen.

«Ich wollte damit sagen, dass ich nicht aus einer Grossstadt komme. Ich lebe gerne im schönen Tegerfelden – gerade weil es so ruhig und ländlich ist.» Und ausserdem seien Kühe ihre Lieblingstiere, sagt sie und lacht.

Ihre Nachbarn hätten sie bis zu ihrem zwölften Lebensjahr kaum normal gehen sehen. «Entweder habe ich das Rad geschlagen, einen Überschlag oder den Kopfstand gemacht», erzählt Moira. «Ich war schon immer extrem bewegungsfreudig.» Von Kunstturnen, Leichtathletik bis zur Meitliriege probierte sie alles aus. Das Tanzen entdeckte sie vor sechs Jahren dank dem Ferienpass. «Ich machte einen Tanzkurs und merkte sofort, dass mir das gefällt.»

Seither tanzt sie an der Tanzschule «Enjoy-Dance» in Würenlingen, trainiert unterdessen fünf Mal pro Woche und unterrichtet zwei Kurse. Ihre Solo-Choreografien wie jene in der Show studiert sie alle selber ein. «Tanzen ist mein Leben.» Um ihre Leidenschaft, Schule und Freund unter einen Hut zu bringen, brauche es viel Disziplin, sagt die zweifache Schweizermeisterin in Jazz/Modern Dance. «Aber es funktioniert gut – nur der Schlaf kommt manchmal ein bisschen zu kurz.»

Die 19-jährige Tegerfelderin Moira Buser erzählt, wie sie mit Tanzen angefangen hat.

Die 19-jährige Tegerfelderin Moira Buser erzählt, wie sie mit Tanzen angefangen hat.

Dennoch möchte sie nicht voll auf die Karte «Tanzen» setzen. «Ich habe Angst, dass mir die Lust am Tanzen vergeht, wenn ich es vollberuflich machen würde.» Ausserdem verletze sie sich sehr schnell. Angerissene Bänder und ausgekugelte Schultern seien nichts Ungewöhnliches. «Wenn ich mich nach meiner Ausbildung mit 24 oder 25 Jahren verletzen würde, ist die Karriere beendet – dann habe ich nichts.» Seit ihrer Teilnahme bei «Die grössten Schweizer Talente» spiele sie aber mit dem Gedanken, sich für ein Jahr eine Auszeit zu nehmen, um nur zu tanzen und nebenbei zu arbeiten. «Ich lasse es mal auf mich zukommen.»

Im Moment wartet sie noch auf die Entscheidung, ob sie es in das Halbfinale der «Der grössten Schweizer Talente« schafft. Von den rund 90 Talente, die in den Castingshows drei oder mehr Stimmen von der Jury erhalten haben, kommen zwanzig weiter an die Live-Shows. Die Entscheidung fällt in der letzten Castingshow am 21. März. «Ich hoffe natürlich, dass ich weiterkomme», sagt Moira. «Aber im Moment kann ich nur abwarten und Tee trinken.»