Radsport

Swiss Cycling zieht bei Radsporttagen Gippingen die Notbremse

Die Gippinger Radsporttage erhalten eine neue Heimat: Ab kommendem Jahr starten die Fahrer in Leuggern. (Archiv)

Die Gippinger Radsporttage erhalten eine neue Heimat: Ab kommendem Jahr starten die Fahrer in Leuggern. (Archiv)

Der nationale Radsport-Verband Swiss Cycling muss wegen Mindereinnahmen beim Sponsoring den Gürtel enger schnallen. Das bekommen auch die Gippinger Radsporttage massiv zu spüren.

Der nationale Radsport-Verband Swiss Cycling muss ab dem kommenden Jahr den Gürtel drastisch enger schnallen. Wegen Mindereinnahmen beim Sponsoring muss das Budget um rund eine halbe Million Franken gekürzt werden.

Von der Sparrunde betroffen ist auch die sportliche Vorzeigeveranstaltung im Zurzibiet, die Radsporttage Gippingen. «Das stimmt leider», bestätigt René Huber. Genaue Zahlen will der OK-Chef nicht nennen. «Es wurde Stillschweigen vereinbart», erklärt er.

Der Einnahmeausfall dürfte sich aber im hohen fünfstelligen Bereich bewegen. Bei einem Budget von 600 000 Franken ein schmerzhafter Einschnitt. Wegen des drohenden Ausfalls, mussten die Organisatoren bereits erste Anpassungen vornehmen. In der nächsten Austragung, die vom 9. bis 12. Juni 2016 stattfindet, wird das Frauenrennen aus dem Programm gekippt.

René Huber bedauert diesen Entscheid. «Wir sehen uns aufgrund der neuen Ausgangslage aber gezwungen, in sämtlichen Bereichen Kosteneinsparungen vorzunehmen.»

Man sei momentan daran, ein überarbeitetes Budget zu erstellen. Huber gibt insofern Entwarnung, dass die sportliche Qualität der Veranstaltung keine weiteren Einbussen erfahren sollte.

Der GP des Kantons Aargau sei vom Abbau nicht betroffen, versichert er. Der Rad-Klassiker, der im kommenden Jahr zum 53. Mal ausgetragen wird, ist nach dem Aus der Züri-Metzgete zum bedeutendsten Eintagesrennen der Schweiz aufgestiegen.

Die Profiteams nutzen den Start jeweils als Hauptprobe zur Tour de Suisse, die wenige Tage nach dem Gippingen-Event beginnt.

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Schwierige Suche nach Sponsoren

Bei Swiss Cycling ist man über die Entwicklung alles andere als erfreut. «Wir müssen uns den wirtschaftlichen Rahmenbedingungen anpassen», sagt Lorenz Müller, Leiter Marketing beim Verband.

Rund ein Fünftel der Sponsoringeinnahmen, die letztes Jahr 2,5 Millionen Franken betragen haben, brechen nächstes Jahr weg. Einerseits, weil mehrere kleine und mittlere Engagements auslaufen. Andererseits, weil einer der bisherigen Grosssponsoren künftig auf die Auszahlung von Geldbeträgen verzichtet und Unterstützung nur noch in Form von Naturalien anbietet.

Mit schmerzhaften Folgen: Der Verband streicht das Budget von bisher 7 Millionen Franken um rund 500 000. Zu den Leidtragenden gehören unter anderem die Gippinger.

Auf die Organisatoren kommt in den nächsten Wochen und Monaten mehr Arbeit zu, als ihnen lieb sein wird. «Wir werden versuchen, die klaffende Lücke durch neue Geldquellen zu schliessen. Einfach wird das allerdings nicht», macht sich René Huber nichts vor.

Das engere Korsett ist für ihn und sein Team nicht die einzige Herausforderung. Das Start-Ziel-Gelände wird ab kommenden Jahr von Gippingen in den Dorfteil Leuggern verlegt.

Auf dem bisherigen Festgelände wird eine geplante Überbauung früher als erwartet realisiert. «Das wird den einen oder anderen schmerzen», sagt René Huber.

Mit dem Gelände beim Schulhaus und dem Feuerwehrlokal habe man aber einen Standort gefunden, bei dem man nebst der idealen Infrastruktur auch Kosten sparen könne.

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