Grossratswahlen

SVP-Bezirkspräsident Erne: «Am politischen Handwerk werden wir nichts ändern»

Das neue Zurzibieter Grossratsteam: (v.l.) Hansjörg Erne (SVP), René Huber (CVP), Claudia Hauser (FDP), Andreas Meier (CVP), David Burgherr (SP), Isabelle Schmid (Grüne) und Patrick Gosteli (SVP).

Das neue Zurzibieter Grossratsteam: (v.l.) Hansjörg Erne (SVP), René Huber (CVP), Claudia Hauser (FDP), Andreas Meier (CVP), David Burgherr (SP), Isabelle Schmid (Grüne) und Patrick Gosteli (SVP).

Die Grossratswahlen haben die Kräfteverhältnisse im Zurzibiet verschoben. Sechs Erkenntnisse und Aussichten.

1 Müssen sich die Bürgerlichen neu ausrichten?

Im frisch gewählten Kantonsparlament werden sich die Kräfte mit dem Zuwachs von Grüne und GLP in Richtung Mitte/Links verschieben. Die Neuausrichtung spiegelt sich auch im Zurzibiet wieder. Mit der Wahl der Grünen Isabelle Schmid (Tegerfelden) und dem Sitzverlust der SVP hat das bürgerliche Lager ihr Übergewicht verloren.

SVP-Bezirkspräsident Hansjörg Erne betont, dass man in Umweltfragen von den Grünen gar nicht so weit entfernt sei. «Uns liegt der Umweltschutz genauso am Herzen.» Die Herangehensweise, beispielsweise beim Einsatz von Pestiziden, sei allerdings eine andere. «Am politischen Handwerk werden wir daher nichts ändern: hart in der Sache, fair im Umgang.» Ähnlich tönt es bei der FDP. «Ich werde meine Linie beibehalten. Alles andere wäre unglaubwürdig», sagt Bezirkspräsidentin Claudia Hauser.

2 Wer hat am besten mobilisiert?

Wahltag ist Zahltag: SP (-2,46), FDP (-4,54) und SVP (-1,95) gehören zu den Verlierern. CVP (+5,62), Grüne (+2,63), GLP (+2,95) sind die Gewinner. Gemessen an den absoluten Parteistimmen kann sich die SVP allerdings wenig vorwerfen. Sie holte 16698 Stimmen und war in 15 der 22 Gemeinden die Nummer 1. Zum Vergleich: Die Grünen holten total 3547 Stimmen und siegten nur in einer Gemeinde (Mellikon).

3 In welcher Partei ist das Gefälle am grössten?

Ganz klar bei die FDP. Während in allen übrigen Parteien auch die Kandidaten hinter den Spitzenleuten stimmenmässig gut mithalten konnten, klafft bei den Liberalen ein grosses Loch. Die wiedergewählte Claudia Hauser steht hier allein auf weiter Flur. Sie erhielt dreimal mehr Stimmen als der Zweitplatzierte Raphael Häfeli. Gefragt ist jetzt Aufbauarbeit.

4 Die neue Nummer eins.

Vor acht Jahren erreichte Hansjörg Erne als Neuling das drittbeste Ergebnis der gewählten Zurzibieter Grossräte (hinter seinen Parteikollegen Patrick Gosteli und Walter Deppeler). 2016 belegte der Landwirt hinter René Huber (CVP) Rang zwei. Am Sonntag erhielt Erne nun am meisten Stimmen. Bemerkenswert: Er vermochte seinen Wähleranteil, erneut zu steigern. Neu 3491 Stimmen.

5 Stimmbeteiligung.

Das Interesse an den Grossratswahlen sank im Zurzibiet auf ein historisches Tief. Nur 34,76 Prozent gaben am Sonntag ihre Stimme ab. Am wenigsten Stimmberechtigte beteiligten sich in Siglistorf mit 24,9 Prozent. Am meisten waren es in Mellikon mit 44,4 Prozent. Apropos Stimmen: Isabelle Schmid schaffte den Sprung in den Rat mit der tiefsten Stimmenzahl aller Gewählten im Aargau.

6 Grösste Gemeinde nicht vertreten.

Ab 2022 wird die Fusionsgemeinde Zurzach mit ihren rund 8000 Einwohnern der grösste Ort im Bezirk. Im Kantonsparlament ist das Zurzibieter Rheintal seit dem Rücktritt von SP-Frau Monika Stadelmann nicht mehr vertreten. Damit die Regionen ausgewogen abgebildet sind, sollten die Parteien bei der Planung auf die nächsten Wahlen auch diesen Aspekt berücksichtigen.

Autor

Daniel Weissenbrunner

Daniel Weissenbrunner

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