Fasnacht

Sven Kunz ist der neue Zurzacher des Jahres: «Zurzi first muss die Devise sein»

Der frischgebackene «Zurzacher des Jahres» hat klare Vorstellungen. Warnende Worte gibt es hingegen von seinem Vorgänger.

Es wird eng im Gemeindezentrum. Elegante Damen ziehen die Blicke auf sich. Herzige Kinder spazieren, im Feuerwehrgwändli oder als Hexlein mit Besen, an der Hand von Mutter oder Vater vorbei. Eine bezaubernde Waldfee sucht ihren Mann und verrät einer Bekannten, wer ihr denn die kunstvollen Paintings auf die Haut appliziert hat.

Dann legen vor einem Riesengemälde – aus dem man nicht so recht schlau wird, ob es um den Postauto-Skandal oder den Ostumfahrungstunnel geht – die «Sänklochfäger» gewaltig los. Die Wahl des Zurzachers des Jahres – einer der Fasnachts-Höhepunkte zwischen «Tschätterete» und «Lätschete» – beginnt.

Valable Kandierende

Auf der Bühne haben «D’Schwöschtere» Aufstellung genommen – prächtige Damen mit Gardemass, ganz in Weiss (aber ohne Blumenstrauss). Vor wenigen Stunden noch haben sie mit ihren (Schnitzelbank-)Programm «Fit im Schritt zu Dritt» begeistert. Jetzt stellen sie die Anwärterinnen und Anwärter auf den Titel des Zurzachers – oder natürlich der Zurzacherin – des Jahres vor und verkünden die Resultate der schriftlichen Wahl. Zuvor überreicht «Schwöschter» Kriemhilde Roger Teuber und Philipp Dodane den «Goldenen Fön». (Dem Vernehmen nach für die Dekoration des Saals.) Item.

Die Präsentationen jedenfalls verraten einiges über die Kandidierenden: «Ehemalige Gemeinderätin und an jeder Hundsverlochete anzutreffen» (Lovey Wymann). «Geniesserin mit Stil und erste Adresse für saumässig gute Häppchen» (Gabi Landolt). «Peter Pan aus dem Zurzibiet mit legendärem Adventskalender» (Sven Kunz). «Kreatives Fasnachtsmonster mit sozialer Ader» (Ralph Dietrich.) «Einer, den man kennt. Nicht nur vom legendären FC Solvay, sondern als langjährigen Handball-Spitzen-Schiedsrichter» (Nino Cristallo).

Vor der Verkündung der Resultate ergreift Stefan Haus, der Zurzacher des Jahres 2018, das Wort. Haus spricht von einem «brutal strengen Jahr», das auf seinen Nachfolger warten werde. Und dieser Nachfolger wird, mit 480 von 1084 Stimmen, Sven Kunz.

Grosse Worte

«Reden hat es schon bessere gegeben», räumt der neue Zurzacher des Jahres ein und stellt, weniger bescheiden, fest: «Man hat einen attraktiven und intelligenten Zurzacher des Jahres gewollt.» Man müsse Zurzach «fürebringe» fordert er. «Zurzi first muss die Devise sein». Wichtig sei auch, eine Mauer zu bauen, damit nicht plötzlich ein Koblenzer Zurzacher des Jahres werden könne. Und wie sein offensichtliches Vorbild lässt auch er keinen guten Faden an der Amtszeit seines Vorgängers.

Zum Schluss werden die Porträts aller Anwärterinnen und Anwärter auf den Titel – die von Claude Ardin gemalt worden sind – versteigert. Sie haben insgesamt knapp 1600 Franken ergeben, die an die Jugendfeuerwehr Zurzach gehen.

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