Eine Studie der ETH Zürich mit dem Titel «Wirtschaftlicher Nutzen des Zementwerks Siggenthal für die Region» kommt zum Schluss: Die jährliche Wirtschaftsleistung von Holcim im Aargau beläuft sich auf über 35 Millionen Franken, zudem das Werk sichert 200 Arbeitsplätze.

87 Drittarbeitsplätze

Das von der ETH im Auftrag von Holcim durchgeführte Gutachten unter der Leitung von Professor Hans-Rudolf Schalcher zeigt, dass die Hälfte des Gesamtaufwands im Kanton Aargau bleibt. Von den 35,4 Millionen Franken, die das Werk jährlich im Kanton ausgibt, entfallen 27 Millionen auf den Einkauf von Waren und Dienstleistungen. Der Rest verteilt sich grösstenteils auf Löhne, Steuern und Abgaben.

87 Drittarbeitsplätze sind vom Werk Siggenthal abhängig. Sie befinden sich mehrheitlich im Transportsektor, aber auch im Baugewerbe, dem verarbeitenden Gewerbe oder der Energieversorgung. Zusammen mit den über 110 Mitarbeitenden des Werks Siggenthal sichert das Zementwerk somit rund 200 Arbeitsplätze in der Region.

Grosses Ansehen in der Region

Neben der Analyse der Geldflüsse führte die ETH Interviews mit einem Dutzend der wichtigsten Stakeholder durch, mit Gemeindepräsidenten, Kanton, Naturschutz und Lieferanten. Das Zementwerk geniesst gemäss Studie grosses Ansehen in der Region – als wichtiger Arbeitgeber, Wirtschaftspartner und als Schweizer Produzent. Es gab aber auch Kritik: Negativ wird vor allem empfunden, dass Kleinaufträge in den letzten Jahren immer weniger in der Region vergeben und stattdessen vom zentralen Einkauf in Zürich übernommen wurden.

Die ETH schliesst ihre Studie mit der Empfehlung, regionale Lieferanten zu bevorzugen. Zum anderen schlägt die Hochschule das Einsetzen eines Regionalrats mit beratender Funktion vor. Die erste Sitzung des Regionalrats wird im Frühling 2012 stattfinden. (AZ)