Mellikon

Steinbruch von nationaler Bedeutung: Ein Paradies für bedrohte Kröten

Der renaturierte Teil des Abbaugebiets ist heute ein Amphibiengebiet von nationaler Bedeutung.

Was vor einigen Jahren noch zu Unmut in der Bevölkerung und bei Naturschützern geführt hat, ist heute eines der grössten Naturparadiese der Schweiz: der Steinbruch in Mellikon. Rund ein Drittel des 35 Hektaren umfassenden Areals ist bereits renaturiert, wie sich gestern an einer Begehung zeigte. Vom Aussterben bedrohte Arten wie die Gelbbauchunke, die Kreuzkröte oder die Geburtshelferkröte fühlen sich im Steinbruch so wohl, dass dort unterdessen eine grosse Population heimisch ist. Nicht zuletzt, da in den letzten fünf Jahren die Anzahl Weiher und Tümpel verdreifacht wurde. Der Steinbruch ist somit ein Amphibiengebiet von nationaler Bedeutung. Zudem nutzen die Bauern die Fläche um das gesamte Gebiet heute als Magerwiese, was die Renaturierung erleichtert.

Ein Blick zurück: Vor knapp 15 Jahren hat die Steinbruch Mellikon AG die Bewilligung für den Abbau des Sporns auf dem Gelände oberhalb von Mellikon erhalten. Nachdem sich Probleme mit der Bevölkerung und Naturschützern ergeben hatten, wurde 2005 eine Begleitkommission eingesetzt. Sie steht der Steinbruch AG beratend zur Seite und überwacht den Abbau, die Wiederauffüllung und die Renaturierung des Areals. Der Kommission gehören Naturschützer, Vertreter der Steinbruch AG, Gemeindeammann Rolf Laube und Kommissionspräsident Kurt Schmid an, der zwischen den Seiten vermittelt.

«Unsere Arbeit ist unterdessen hochakzeptiert bei allen Seiten», sagt Schmid. Anfängliche Bedenken seitens der Steinbruch AG seien verflogen und habe der Überzeugung Platz gemacht, dass sich die 50 000 Franken lohnen würden, welche die Firma pro Jahr in die Renaturierung investiert. Die Zusammenarbeit funktioniere heute sogar so gut, dass die Steinbruch AG vor der Einreichung von Baugesuchen das Gespräch mit der Kommission suche. «Das hat sich sehr bewährt», sagt Schmid. So könnten allfällige Bedenken der Naturschützer schon vor der Einreichung berücksichtigt werden.

Ein weiteres Thema bleiben nach wie vor die Neophyten. Freiwillige leisteten in den vergangenen Jahren zahlreiche Arbeitsstunden, um die nicht einheimischen Pflanzen auszureissen, darunter auch Börsianer und IT-Fachleute des Finanzdienstleisters SIX. «Diese Aktionen waren sehr erfolgreich, müssen aber kontinuierlich weitergeführt werden», sagt Schmid.

Ökologin Esther Krummenacher steht der Kommission als externe Beraterin zur Seite. Dass die bedrohten Krötenarten sich in Mellikon so vermehren, freue sie. «Auch die Renaturierung künftiger Flächen wollen wir vor allem auf diese Arten ausrichten.»

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