«And the oscar goes to…,» «Pardon das Zepter goes to ….» Nein, eine Oscar-Verleihung war der Anlass im Gemeindesaal Langwies nicht. Doch die Organisatoren arbeiten daran, dem amerikanischen Vorbild in Hollywood möglichst nahe zu kommen. So deutete die Moderatorin, mit blonder Mireille-Mathieu-Frisur, in ihrem weissen Kleid, glänzend weissen Schuhen, passenden Strümpfen und Pelz-Bolero an, die diesjährige Zurzacher Verleihung werde dreieinhalb Stunden dauern. Mit Gelächter quittierten die Gäste diese Aussage.

«Mach etwas daraus»

Bevor das Wahlbüro auf der Bühne die drei nominierten Männer und zwei Frauen vorstellen konnte, wurde Daniela Graf, «Zurzacherin 2017», zu ihrem Jahr befragt. Als Highlights erwähnte sie die Teilnahme am Winzerumzug und ihre Statistenrolle in der Schweizer TV-Serie «Der Bestatter». «Mach etwas draus, nicht nur an der Fasnacht», riet sie ihrem Nachfolger.

Dann ging das Wahlprozedere auf der Bühne los: Fleckenfrau Clairette stellte Gemeinderat Peter Moser als Finanzjongleur dar, der zu seinem Ausgleich gern zum Handball greife. «Schwöschter Pesch» betitelte Birgit Rogg als blonde Powerbrumme. Die Inhaberin des «Höfli» dirigiere ihre Crew zackig. Stefan Haus wurde als Person dargestellt, die auf vielen Hochzeiten tanze und mit allen, brennbaren Wassern gewaschen sei. Kandidat Nummer 4 war Guido Mühlebach: der seit 33 Jahren amtierende Präsident der Supportervereinigung SC Zurzach trat im FC-Zürich-Shirt an. Schliesslich konnte auch für die Schulpflegepräsidentin und als Heimweh-Bündnerin taxierte Riccarda Möller abgestimmt werden. Sprengkandidat Sven Kunz, von den Tenedo Titans, konnte trotz wacker geführtem Abstimmungskampf nichts ausrichten und landete auf dem sechsten Platz.

Verjüngte Zurzacher Fasnacht

Stefan Haus siegte schliesslich vor Birgit Rogg, die 273 Stimmen holte und Guido Mühlebach. Für ihn stimmten 194 Personen. Der im 80-er-Jahre-Style in bester Jane-Fonda-Manier mit Stirnband, Sonnenbrille und Hello-Kitty-Shirt gekleidete Stefan Haus, bedankte sich beim Publikum für das Vertrauen. Mit seiner Wahl werde die Zurzacher Fasnacht deutlich verjüngt. Haus rechnete offenbar mit seinem Sieg: Er informierte nicht nur über die eigens für dieses Amt gegründete Partei, d’Kuratore, sondern gab auch ein selbstgeschriebenes Lied an seine Vorgängerin Daniela Graf zum Besten. Zum Schluss wünschte er allen eine «verdammt geile Fasnacht».

Der Zurzacher des Jahres widmet seiner Vorgängerin ein selbstgetextetes Lied

Der Zurzacher des Jahres widmet seiner Vorgängerin ein selbstgetextetes Lied

Wie an der Wahl zum Zurzacher des Jahres üblich, wurden die von Claude Ardin treffend gemalten Bilder der Nominierten versteigert. Stolze 1520 Franken kamen so zusammen. Damit wird das Sommerlager von Jungwacht und Blauring unterstützt. Das Geld wird für die Zelt-Reparatur benötigt. Die «Sänklochfäger Rietheim» sorgten für kakophonische Klänge, während die Konfetti-Regen und Glitzerschnipsel doch noch einen Hauch Hollywood versprühten.