Corona-Krise

Staus an Grenze: Aargauer Ständerat Knecht interveniert «persönlich bei Bundesrat Maurer»

"Die Lage spitzt sich nun wieder zu": Hansjörg Knecht zum Grenzübergang Koblenz.

"Die Lage spitzt sich nun wieder zu": Hansjörg Knecht zum Grenzübergang Koblenz.

Der Aargauer Ständerat Hansjörg Knecht macht sich für die teilweise Öffnung des Grenzübergangs Bad Zurzach-Rheinheim stark. Denn deutsche Angestellte von Schweizer Spitälern und Unternehmen stehen derzeit täglich im Stau. Auch die regionale Wirtschaft leide unverhältnismässig.

Vor zwei Wochen sorgte Deutschlands Schliessung der Grenzübergänge Bad Zurzach-Rheinheim sowie Kaiserstuhl-Hohentengen für kilometerlange Staus am Grenzübergang Koblenz-Waldshut. Das wurde zu einem massiven Problem gerade für jene Grenzgänger, die in Aargauer Spitälern und Atomkraftwerken arbeiten. Die Lage entschärfte sich zwar dank verschiedener Massnahmen. Am Montag allerdings schloss Deutschland die Bahnverbindung Waldshut-Koblenz. Prompt kommt es wieder zu Staus vor dem Grenzübergang Koblenz. Lange Fahrzeugkolonnen bildeten sich auf allen drei Zufahrtsrichtungen Bad Zurzach, Klingnau und Leibstadt.  

"Die Lage spitzt sich nun wieder zu", stellt auch der in Leibstadt wohnhafte Aargauer Ständerat Hansjörg Knecht fest. "Insbesondere bleibt die Situation für die RehaClinic in Bad Zurzach schwierig." Knecht erreichten schon vor zwei Wochen die Klagen von Spitaldirektoren, AKW-Leitern und Unternehmern. "Alleine bei der RehaClinic kommen rund 160 der 200 Pflegefachangestellten über die Grenze", sagt er. Nur schon der Gesundheitsbereich sei mit 500 Mitarbeitenden betroffen, rechnet er vor. Viele Grenzgänger müssen nun Umwege in Kauf nehmen. "Das führt zu zwei bis drei Stunden längeren Arbeitswegen pro Tag!", so Knecht. "Die Betriebe konnten ihre Schichtwechsel nicht einhalten."

Green Line am Grenzübergang Bad Zurzach-Rheinheim 

Der SVP-Politiker spricht von "systemrelevanten Personal bei Spitälern und Kernkraftwerken" – und interveniert bei einem Parteikollegen an höchster Stelle. "Ich habe erneut und persönlich bei Bundesrat Ueli Maurer die Forderung deponiert, weitere Optimierungen vorzunehmen", sagt er. "Es gilt, insbesondere auch den Grenzübertritt Bad Zurzach–Rheinheim als Green Line für die wichtigen Gesundheitsfachleute zu öffnen."

Nötig sei das zumindest frühmorgens und am späteren Nachmittag während den Zeiten des Schichtwechsels von 5 bis 6 sowie 15.30 bis 16.30 Uhr. Knecht hält zudem fest, dass die regionale Wirtschaft durch die Situation unverhältnismässig geschwächt wird.

16. März 2020: Stundenlang im Stau vor dem Grenzübergang Koblenz – letzte Grenzgänger kehren erst nachts um 22 Uhr zurück

16. März 2020: Stundenlang im Stau vor dem Grenzübergang Koblenz – letzte Grenzgänger kehren erst nachts um 22 Uhr zurück

Das Schliessen der Grenze am Montag hatte massive Folgen: Grenzgänger und Einheimische standen vor dem Grenzübergang Koblenz stundenlang im Stau.

Durch die Schliessung der Grenzübergänge Bad Zurzach-Rheinheim und Kaiserstuhl-Hohentengen kommt es zur Konzentration in Koblenz-Waldshut. Das Nadelöhr wurde schon vor der Coronakrise stark frequentiert: Täglich queren rund 14'000 Fahrzeuge, davon rund 1000 Lastwagen, die Rheinbrücke. Nur für 640 Lastwagen ist der Zollhof auf deutscher Seite konzipiert. Dieser Warenverkehr sei mit eine Ursache für die aktuelle Situation, so Knecht.

Die sogenannte Green-Line in Rheinfelden – eine Fahrspuren für Grenzgänger in essenziellen Berufen – und weitere Verbesserungen haben zwar in den letzten Tagen etwas Wirkung gebracht, reichten aber nicht mehr. In Koblenz lässt sich eine solche nicht einrichten – der Platz dafür fehlt.

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