Neben den Städtlifägern aus Klingnau, den Seifesüdern aus Leibstadt und den Hornfägern aus Leuggern, waren auch Guggen aus Luzern und Solothurn vor Ort. 13 verschiedene Guggenmusiken spielten am Donnerstagabend auf der Bühne. «Es kommen jedes Jahr unterschiedliche Gastguggen. Natürlich gibt es gewisse Gruppen, die jedes Jahr dabei sind, doch viele sind nur einmal bei uns am Open Air», sagt Festchef Pascal Bächli. Der 30-Jährige spielt selbst seit sechs Jahren Trompete bei den Städtlifägern.

Trompeten, Posaunen und gute Stimmung am Guggen-Openair in Klingnau

Trompeten, Posaunen und gute Stimmung am Guggen-Openair in Klingnau.

Die Stimmung ist unglaublich. Verkleidete Besucher singen die bekannten Lieder mit und schunkeln mit erhobenen Armen. Auf der Bühne geht es unterdessen Schlag auf Schlag: Sobald eine Gugge das letzte Lied anstimmt, steht die nächste schon bereit. Die Musiker müssen sich allerdings erst mithilfe eines lautstarken Schlagzeug- und Trommel-Intros den Weg durch die Menschenmenge zur Bühne bahnen.

Weil das Mittanzen die eine oder andere Kalorie verbrennt, muss natürlich nachgeladen werden. Für hungrige Zuschauer gibt es deshalb verschiedene Essensstände mit Raclette und Fackelspiessen. Die fasnachtstypische Kafi-Luz-Stube darf ebenfalls nicht fehlen.

Besucher, die ausser der Fasnachtsmusik auch etwas anderes hören wollen, machen einen Abstecher in den Amtshauskeller, wo Schlager gespielt werden. Dort unten ists auch schön warm – denn durch die tiefen Temperaturen friert doch so mancher Festbesucher. Ein wenig Abhilfe schaffen die beiden Feuerstellen auf dem Festareal, an denen sich die Besucher aufwärmen können. Und wenn das nicht ausreicht, tanzt man halt noch etwas intensiver – es ist schliesslich Fasnacht!

Spezielle Atmosphäre im Städtli

Den «Städtlifägern» ist es einmal mehr gelungen, das Städtli innert weniger Stunden in eine Festmeile zu verwandeln. Schon während des Räbehegeltreibens am Nachmittag wurden Festzelte für das StädtlifägAIR aufgebaut. Um die Bühne aufzustellen, mussten die Helfer allerdings warten, bis das närrische Treiben vorbei war.

Auch wenn das Guggenopen erst seit
16 Jahren durchgeführt wird – die «Städlifäger» bestehen bereits seit 1984. Damals starteten sie mit 15 Personen. Das Ziel: Die Fasnacht mit ihrer schrägen Musik nach Klingnau zu bringen. Mittlerweile organisieren die «Städtlifäger» jedes Jahr die Hexennacht in Klingnau. Im Jahr 2000 fand schliesslich das erste StädtlifägAIR statt.

Festchef Pascal Bächli zeigte sich am späten Donnerstagabend erfreut über die vielen Zuschauer. «Das Ambiente im Städtli und die Besucher sorgen jedes Jahr für eine tolle Stimmung. Das ist für mich das Allerschönste am StädtlifägAIR.» Die Kosten für den Anlass übernimmt die Klingnauer Gugge übrigens selber: «Wir haben fast keine Sponsoren, die uns unterstützen. Trotzdem schaffen wir es jedes Jahr aufs Neue, das Fest auf die Beine zu stellen», sagt der Festchef. «Es entstehen immer wieder mal Stresssituationen, doch das ist kein Grund, diesen Job an den Nagel zu hängen.»

Der Aufwand lohnte sich auch dieses Mal: Bis Mitternacht standen die Guggen auf der Bühne – und auch nach den Auftritten blieben die Leute noch im Städtli und feierten bis zum Morgengrauen.