Klingnau

SRF-Spezialausgabe: Aargauer Schulklasse macht Fernsehen – nur mit Handys

Die Jugendmedienwoche «YouNews» macht es möglich: Eine Sekundarklasse aus Klingnau wirkt bei einer Spezialausgabe des «Club» von SRF mit.

«Ich bin schon etwas aufgeregt», sagte David Kröcher gestern Montagvormittag. Der 15-jährige Schüler aus Klingnau ist einer der Jugendlichen, der mit der Handykamera die Sonderausgabe des «Club» filmte. Die Sendung fand für einmal nicht in den Fernsehstudios im Leutschenbach statt, sondern im ersten Stock des Oberstufenschulhauses in Klingnau.

Etwas Nervosität machte sich auch bei der 14-jährigen Asmin Yalcin bemerkbar: Zusammen mit einigen Kolleginnen hat sie – ebenfalls mit dem Handy – ein Video-Porträt über ihren Wohnort Klingnau gedreht, welches im Laufe der Sendung eingespielt wird.

«Im Gegensatz zum Schulstress ist es ein positiver Stress», meinte Miquel Arifovic zum hektischen Treiben. Der 16-Jährige diskutierte im «Club» an vorderster Front mit Moderatorin Barbara Lüthi.

Klassenzimmer für einmal Pausenraum

Während im Gang im ersten Obergeschoss das Fernsehstudio und die mobile Regie eingerichtet wurden, diente das Klassenzimmer gestern als Besprechungs- und Pausenraum. Auch die beiden Maskenbildnerinnen liessen sich darin nieder, um die Gäste fernsehkonform zu schminken und zu stylen.

Das Kommando über die zahlreichen SRF-Mitarbeitenden und Jugendlichen hatten Regisseurin Monika Obrist und Produzentin Erika Burri, die zusammen mit Barbara Lüthi das Kernteam des «Club» bilden. Die wöchentliche Diskussionssendung, welche auf SRF 1 ausgestrahlt wird, erreicht durchschnittlich 103'000 Zuschauerinnen und Zuschauer.

Dass die 18 Schülerinnen und Schüler von Klassenlehrerin Yvonne Hügli in die Produktion einer «Club»-Sendung involviert worden sind, hat mit der Jugendmedienwoche «YouNews» zu tun. Für das Projekt suchte SRF im Sommer eine Schulklasse aus der Deutschschweiz, die an der Diskussion teilnimmt und im Hintergrund mitwirkt.

Schüler sind stolz eine Sendung auf die Beine gestellt zu haben

Ziel der Sendung sollte sein, dem Fernsehpublikum die Sorgen, Ängste, aber auch Hoffnungen und Träume dieser Jugendlichen näher zu bringen. Yvonne Hügli bewarb sich mit ihrer Klasse, da diese sehr diskussionsfreudig sei. Allerdings habe sie sich keine effektiven Chancen ausgerechnet, so die 52-Jährige.

Einige hätten bereits einen schweren Rucksack zu tragen; seien mit sozialen oder familiären Problemen konfrontiert oder kommen aus bildungsfernen Schichten. Nur gerade zwei Schüler haben Schweizer Eltern.

Viele ihrer Schützlinge würden sich die Zukunft nicht allzu rosig vorstellen und hätten einen geringen Selbstwert. «Darum sind sie sehr stolz, dass sie ausgewählt wurden und nun gemeinsam eine Sendung auf die Beine gestellt haben», freute sich Yvonne Hügli.

Überall mitangepackt

Vor der Aufzeichnung gestern Vormittag war das «Club»-Team lange damit beschäftigt, die Sendung mit den Klingnauer Schülern vorzubereiten. An verschiedenen Treffen wurden die brennendsten Themen ermittelt, über welche diskutiert werden sollte. «Es ist spannend, sich auf die Jugendlichen einzulassen», erklärte «Club»-Leiterin und -Moderatorin Barbara Lüthi.

Dazu gehört auch, dass die Sendung auf eine Art gefilmt wurde, welche den Schülern entspricht, nämlich mit Handys. Zwei der vier Handykameras wurden von den Schülerinnen und Schülern selber bedient. Es ist das erste Mal, dass für eine Hauptabendsendung die mobile Technologie eingesetzt worden ist. Vom Resultat kann man sich am Dienstagabend um 22.25 Uhr auf SRF 1 überzeugen.

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