Endingen

Sporthallen-Mangel: Gemeinderat will sich GoEasy-Kapazität sichern

Im Bild Christian Riechsteiner, der Captain des TV Endingen.

Die Gemeinde Endingen will sich dringend benötigte Turnhallen-Kapazität in den Go-Easy-Hallen in Station Siggenthal sichern.

Im Bild Christian Riechsteiner, der Captain des TV Endingen.

Die Gemeinde will sich die dringend benötigte Turnhallen-Kapazität in den Go-Easy-Hallen in Station Siggenthal sichern. Am 20. November entscheidet die Gemeindeversammlung über die Gelder, die etwa einem halben Steuerfuss-Prozent entsprechen.

«Seit Jahrzehnten hat Endingen zu wenig Kapazität bei den Turnhallen», erklärte Vizeammann Peter Keller an einem Informationsanlass im Vorfeld der Gemeindeversammlung. «Dabei hat sich in der Gemeinde eine überdurchschnittliche Sportaktivität entwickelt. Rückgrat ist der Turnverein Endingen mit seinen mehr als 400 Aktiven und der national bekannten Handball-Abteilung.»

Peter Keller verwies auch auf die verschiedenen – letztlich gescheiterten –Anläufe, mit denen versucht worden war, eine Lösung für den Hallen-Mangel zu finden. «Die Situation ist so, dass das sportliche Niveau langfristig nicht mehr aufrechterhalten werden kann, falls nicht eine Lösung gefunden wird», stellte er fest. «Das wäre schade, denn die Vereine leisten unheimlich viel – auch für das Image von Endingen.»

Nutzung der GoEasy-Hallen

Jetzt zeichnet sich eine Lösung ab. Und zwar in der Nutzung der Hallen des polysportiven Zentrums der GoEasy Freizeit und Event AG in Station Siggenthal. Mit seinen zwei Dreifach-Sporthallen und dem Fitness- und Physio-Bereich bildet das Zentrum, das auch durch das Bundesamt für Sport und den Kanton genutzt werden wird, nicht bloss sozusagen ein «Klein-Magglingen». Es bietet auch Endingen eine Nutzungsoption.

Diese Option umfasst bis zu 25 Wochenstunden Hallennutzung für Vereine und das während den Idealzeiten zwischen 17 und 22 Uhr, sowie jährlich mindestens 10 Spieltage an Wochenenden.

Das hat natürlich seinen Preis. Vorgesehen ist ein Finanzierungsbeitrag von 600'000 Franken, der vom TV Endingen mit 310'000 Franken aus eigenen Mitteln sowie durch einen einmaligen Beitrag der Gemeinde von 290'000 Franken gedeckt werden soll. Zusätzlich ist während zehn Jahren ein jährlich wiederkehrender Beitrag von 28'500 Franken vorgesehen.

Dieser Beitrag soll aus dem Hauenstein-Fonds (5000 Franken), dem Ortsbürger-Fonds (10000 Franken) sowie durch die Einwohnergemeinde (13'500 Franken) finanziert werden. (Im Anteil der Einwohnergemeinde sind jene 8000 Franken enthalten, die heute jährlich für die Nutzung externer Hallen aufgewendet werden.)

«Mit der Nutzung der GoEasy-Hallen», so Peter Keller, «fällt das Problem des Mangels an Turnhallen für die nächsten 20 Jahre weg. Zudem ergibt sich eine Entlastung der Mehrzweckhalle Endingen. Schliesslich besteht in den GoEasy-Hallen die Infrastruktur für ein professionelles Training. Der Gemeinderat ist der Meinung, dass das Nutzungskonzept ein gutes Kosten-Nutzen-Verhältnis aufweist.«

Die Gemeindeversammlung  vom 20. November wird jetzt über den einmaligen Beitrag von 290'000 Franken sowie den wiederkehrenden Beitrag von 28500 Franken zu befinden haben. Zudem wird ihr der Grundlastvertrag vorgelegt mit dem die Nutzung für 20 Jahre im Grundbuch abgesichert wird.

Kaum Einfluss auf Steuerfuss

Am Informationsanlass fand die Nutzung der GoEasy-Hallen durchwegs gute Aufnahme. «So günstig kommen wir nie mehr in eine Halle», meinte eine Stimme aus dem Publikum. Betont wurde aber auch: «Es ist nötig, dass endlich etwas für die Sportvereine im Surbtal gemacht wird.»

Aufs Tapet kam allerdings auch das Thema Steuerfuss. Denn ausser über die Nutzung der GoEasy-Hallen wird die nächste Gemeindeversammlung über eine Erhöhung des Steuerfusses um drei Prozentpunkte zu beschliessen haben. Gemeindeammann Lukas Keller betonte aber: «Das Hallenprojekt ist nicht der Grund für die Erhöhung des Steuerfusses.» Tatsächlich dürfte sich die zusätzliche Belastung bei einem halben Steuerprozent bewegen.

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