«Wir verdanken den Bienen viel. Ein Grossteil unserer Nahrungsmittel hängt von der Bestäubung der Pflanzen durch die Bienen ab», sagt Markus Deppeler vom Tegerfelder «Hardhof». Einen Namen gemacht hat er sich nicht mit der Bienenzucht, sondern mit der Produktion hochwertiger Speiseöle. Deppeler ist nicht entgangen, dass die Bienen durch Krankheiten und Umweltverschmutzung seit einigen Jahren in Bedrängnis geraten sind. Erschwerend kommt hinzu, dass die Bienen im Juni und Juli selbst bei optimalen Wetterbedingungen Mühe haben, ausreichend Nahrung zu finden. «Zumindest gegen diese Hungerszeit lässt sich etwas machen», sagte sich Markus Deppeler und pflanzte in diesem Jahr erstmals auf mehreren Aren Bienenweiden an. 40 Aren sind es auf dem Ruckfeld, 8 auf Böbiker Gemeindegebiet. «Die Saatmischung ist so zusammengestellt, dass die Pflanzen in den kritischen Monaten blühen und den Bienen so den Tisch decken», erläutert Deppeler. Die Bienenweiden bestehen zu mehr als der Hälfte aus Buchweizen; den Rest teilen sich Phacelia, verschiedene Kleesorten, Kornblumen und wilder Mohn auf.

Markus Deppeler hat keinen finanziellen Nutzen von seiner Aktion. «Ich will einen Beitrag leisten, damit es den Bienen gut geht», sagt Deppeler. Gerade in einer landwirtschaftlich so intensiv genutzten Umgebung wie dem Ruckfeld sei es wichtig, den Bienen eine hochwertige Futterquelle zu bieten.

Regierungsrat schätzt Pioniergeist

Zur Besichtigung seiner Bienenweide hat Markus Deppeler den Aargauer Regierungsrat Stephan Attiger, Vorsteher des Departements Bau, Verkehr und Umwelt (BVU), eingeladen. Attiger zeigte sich begeistert von Markus Deppelers Pioniergeist: «Sein Beispiel zeigt, dass Landwirte und Imker voneinander lernen können.» Der Kanton könne nicht in die Landwirtschaft eingreifen, weil dies auf eidgenössischer Ebene geregelt werde, sagte Attiger. Unterstützungsarbeit könne er hingegen bei der Information und Aufklärung der Landwirte leisten.

Fritz Imhof, Kantonalpräsident des Verbandes Aargauischer Bienenzüchtervereine und Siegfried Meier, Präsident des Bienenzüchtervereins Zurzach, begrüssen Deppelers Engagement: «Im Bezirk Zurzach gibt es viele Flächen, die landwirtschaftlich stark genutzt werden. Das bedeutet, dass Pflanzen, die spät blühen, dort immer seltener werden. Bienenweiden erfüllen deshalb eine doppelte Funktion: Sie helfen den Bienen und der Artenvielfalt.»