Die Reaktionen, die Walter Huber auf einen Beitrag des Fernsehsenders Tele M1 erhalten hat, waren, wie er sagt, überwältigend. Über 100 Telefonanrufe sind beim 65-Jährigen in den vergangenen Tagen eingegangen. «Entweder teilten die Leute ihren Unmut über die Behördenpraxis mit, oder sie boten mir an, die beiden Ponys bei sich aufzunehmen», sagt Huber.

Er muss die Tiere abgeben, weil sein Grundstück nicht über die erforderliche Zulassung verfügt. Die Ponys weiden auf seinem Landwirtschaftsland. Der Besitzer einer Gartenpflegefirma in Kleindöttingen hat dafür eigens Ställe aufgestellt, für die ihm aber die entsprechende Baubewilligung fehlt. Die Gemeinde hatte ihm mehrmals Fristen gesetzt, um die Tiere wegzubringen und die Ställe zurückzubauen. Die Behausungen seien gemäss dem kantonalen Departement Bau, Verkehr und Umwelt nämlich «nicht bewilligungsfähig», heisst es.

Die Zeit drängt: Bis zum 18. April müssen die beiden Tiere ihren Platz in Böttstein verlassen. Nun zeichnet sich eine Lösung ab. Der 15-jährige Jeremy und die 14-jährige Nicky dürften in den kommenden Tagen ein neues Heim bekommen. «Ich habe einige Anfragen geprüft», so Huber. Übrig geblieben sind schliesslich zwei Interessenten. Wenn alles nach Plan läuft, werden die Ponys künftig auf einem Bauernhof in Mandach leben, der die nötigen Bestimmungen erfüllt. «Es ist der perfekte Ort für die beiden», ist Huber erleichtert. «Es hat dort Kinder, die sich um Jeremy und Nicky kümmern können. Es wird ihnen gut gehen.»

Keine Kraft und kein Geld

Huber hat sich überlegt, den Entscheid der Gemeinde rechtlich anzufechten. Wie er sagt, fehle ihm dazu aber die Energie. «Ich habe keine Kraft, so etwas durchzustehen.» Und die finanziellen Mittel würden ihm ebenfalls fehlen. Auch darum, weil die Lage aussichtslos scheint. Selbst wenn er eine Baubewilligung für seine Ställe beantragt hätte, wäre ihm diese für seine Hobbytierhaltung auf Landwirtschaftsboden nicht erteilt worden.

«Sonst müssen die Ponys zum Metzger»

«Sonst müssen die Ponys zum Metzger» (Tele-M1-Beitrag vom 3. April 2019)

Walter Huber übernahm die Tiere von seinem Freund, muss sie nun jedoch selbst weggeben. Wenn er kein neues Zuhause für die Ponys findet, müssen sie zum Metzger.

Huber ist ein vergleichbarer Fall aus dem Kanton Bern bekannt, der sich bereits über mehrere Jahre hinzieht und inzwischen beim Bundesgericht liegt. Den Besitzer hätte der ganze Aufwand bisher mehrere Zehntausend Franken gekostet.

Für Walter Huber endet mit dem Umzug seiner Lieblinge ein trauriges Kapitel. Von den Behörden ist er über die seiner Meinung nach unzimperliche Art masslos enttäuscht. Er wirft ihnen vor, dass je nach Person und Sachlage mit zwei verschiedenen Ellen gemessen werde.