Bad Zurzach

Skulpturen und Spiegel-Bilder im Mauritiushof

Bildhauer Peter Bachmann, die zukünftige Galerieleiterin Laura Wurster, Fotograf Henry Kunz und Mauritiushof-Urgestein Alois Hauser (v. l. n. r.).

Bildhauer Peter Bachmann, die zukünftige Galerieleiterin Laura Wurster, Fotograf Henry Kunz und Mauritiushof-Urgestein Alois Hauser (v. l. n. r.).

Zwei völlig verschiedene Künstler zeigen ihre Werke im Mauritiushof. Die Ausstellung trägt die Handschrift der zukünftigen Galerieleiterin Laura Wurster.

In der Galerie Mauritiushof in Bad Zurzach hat ein Generationenwechsel begonnen: Alois Hauser, das Urgestein der Galerie, übergibt die Leitung schrittweise an Kulturmanagerin Laura Wurster. Hauser hat über 40 Jahre lang 345 Ausstellungen organisiert – als die Galerie in ihre heutigen Räumlichkeiten zog, habe er «noch beim Umzug helfen wollen», wie er sagt. Das war vor 10 Jahren. Trotz seinem fortschreitenden Alter organisiert er noch heute Ausstellungen. «Aber ewig kann man das nicht machen. Das wäre auch nicht richtig.»

Frischer Wind – wortwörtlich

Deshalb übergibt er die Leitung des Mauritiushofs an Laura Wurster. Sie arbeitet für die Stiftung Gesundheitsförderung Bad Zurzach und Baden, der die Galerie gehört. «Das ist eine gute Ausgangslage, denn so sind wir frei von wirtschaftlichen Zwängen und können uns auf die Kunst konzentrieren», sagt Wurster. Sie freue sich deshalb auf die Aufgabe.

Die junge Deutsche bringt frischen Wind in die Galerie – wortwörtlich, wie Alois Hauser lachend erzählt. «Das Erste was sie tat, als sie hier ankam, war lüften. Dabei hasse ich Durchzug!» Auch sonst hat Wurster eine andere Handschrift als Urgestein Hauser. Das zeigt sich dort, wo sie schon am Werk war: im untersten Stock der Galerie, wo die wechselnden Ausstellungen stattfinden. Die Möbel sind fast vollständig verschwunden, im Mittelpunkt sollen nur noch die Kunstwerke stehen.

Laura Wursters Ziel: Die Ausstellungen wieder mehr nach aussen zu tragen – ein breites Publikum ansprechen anstatt immer nur den gleichen kleinen Kreis. Erreichen will sie das mit renommierten Schweizer Künstlern und herausragenden internationalen Positionen. Ob sich die überhaupt für die vergleichsweise kleine Galerie interessieren? «Klar, der Mauritiushof ist bekannt und hervorragend gelegen. Er liegt in Reichweite der Kunsthochburgen Zürich und Basel und ist zudem an der deutschen Grenze. Das ist für Künstler sehr attraktiv.»

Zwei Künstler, eine Ausstellung

Zunächst setzt die künftige Galerieleiterin aber noch die von Alois Hauser bereits organisierten Ausstellungen um – im Moment ist das «geformt – gespiegelt», die am Samstag ihre Vernissage feiert. Wie der Name schon andeutet, stehen zwei Kunstformen gleichzeitig im Mittelpunkt: Skulpturen von Peter Bachmann und gespiegelte Fotografien von Henry Kunz. «Zwei Künstler gleichzeitig sind ein Risiko, da sich ihre Werke gegenseitig stören können. Das ist bei uns aber zum Glück überhaupt nicht so», sagt Peter Bachmann.

Der Bildhauer kommt selbst aus Bad Zurzach, stellt aber das erste Mal im Mauritiushof aus. Seine Skulpturen sind aus Holz und Stein, mal abstrakt, mal figürlich. «Doch hinter beiden Konzepten stecken die selben Themen. Mich interessieren vor allem Übergänge, zum Beispiel vom Leben in den Tod», erklärt der Künstler.

Die Werke von Henry Kunz sind etwas völlig anderes. Der pensionierte Elektroingenieur hat viele Jahre der Fotografie gewidmet und ein grosses Archiv angelegt. Nun schafft er aus seinen alten Bildern neue Kunstwerke: Kunz nimmt Naturfotos oder Teile davon und spiegelt die Aufnahmen – mal vertikal, mal horizontal, mal im Kreis. So entstehen Bilder, die oft aussehen wie Mandalas. «Durch die Spiegelungen entstehen neue abstrakte, aber auch figürliche Formen. Manchmal bringt sie auch Ordnung in ein eigentlich chaotisches Bild», so Kunz.

Vernissage «geformt – gespiegelt», Samstag, 22. August, 17 bis 19 Uhr, Galerie Mauritiushof, Hauptstrasse 41, Bad Zurzach.

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