Bad Zurzach

Sie brachte die Kunst in den Kurort Bad Zurzach

Elisabeth van de Cuylen (rechts) ist in der Oberen Kirche mit dem «Krug von Bad Zurzach» ausgezeichnet worden. Links Margrit Edelmann, Frau des Stiftungsgründers Walter Edelmann. Angelo Zambelli

Elisabeth van de Cuylen (rechts) ist in der Oberen Kirche mit dem «Krug von Bad Zurzach» ausgezeichnet worden. Links Margrit Edelmann, Frau des Stiftungsgründers Walter Edelmann. Angelo Zambelli

2005 schenkte Elisabeth van de Cuylen der Stiftung Gesundheitsförderung Bad Zurzach + Baden das gesamte Lebenswerk ihres 1990 verstorbenen Ehemannes Pieter van de Cuylen. Nun wurde sie mit dem «Krug von Bad Zurzach» ausgezeichnet.

2005 schenkte Elisabeth van de Cuylen der Stiftung Gesundheitsförderung Bad Zurzach + Baden das gesamte Lebenswerk ihres 1990 verstorbenen Ehemannes Pieter van de Cuylen.

«Man darf ohne Übertreibung von einem Bijou, von einem Schatz mitten in Bad Zurzach sprechen», sagte Beat Edelmann in seiner Laudatio auf die 13. Preisträgerin des «Krugs von Bad Zurzach».

Elisabeth van de Cuylen sei es zu verdanken, dass die Botschaft ihres Ehemannes weiterlebe und für die Öffentlichkeit greifbar sei. Edelmann erinnerte daran, dass Elisabeth van de Cuylen neben der Schenkung weitere entscheidende Beiträge an den Erhalt des Lebenswerks ihres Mannes geleistet hat: In Zusammenarbeit mit Paul Stöcklin sichtete sie das umfangreiche Werk, teilte es in verschiedene Kategorien ein und registrierte alles bis ins Detail.

Dank der Preisträgerin, so Edelmann, verfüge die Stiftung nicht nur über eine umfassende, für die Allgemeinheit zugängliche Sammlung des Werks von Pieter van de Cuylen, sondern auch über eine detaillierte Aufzeichnung seiner künstlerischen Hinterlassenschaft.

Kurz vor seinem Tod vermachte der deutsche Kunstmaler, Zeichner und Plastiker der katholischen Kirchgemeinde Zurzach mehrere Werke aus seinem religiösen Schaffen. Rund 30 dieser Werke können von der Öffentlichkeit in den Permanentausstellungen in der oberen Kirche und in der Galerie Mauritiushof besichtigt werden.

Dass sich die Werke van de Cuylens in Bad Zurzach befinden, ist einem Gelübde zu verdanken: Mit 26 anderen Menschen war van de Cuylen im November 1943 nach einem Bombardement während 20 Stunden in einem Kellerraum verschüttet.

In dieser Situation legte der Künstler ein Gelübde ab: Im Falle seines Überlebens solle sein künftiges religiöses Werk zum Zeichen des Dankes einer Marienkirche vermacht werden. Die Rettung gelang: Deutsche Pioniere, die auf Befehl ihres Kommandanten einen Tresor ausgraben und in Sicherheit bringen sollten, stiessen auf die Eingeschlossenen.

Verletzt und an Tuberkulose erkrankt, wurde van de Cuylen in ein Spital in der Nähe von Berlin gebracht. Im Dezember 1943 wurde dieses Spital bombardiert und der Künstler begab sich mit dem Zug von Berlin nach St. Blasien im Schwarzwald, wo er längere Zeit in einem Sanatorium zwischen Leben und Tod schwebte. Nach seiner Genesung lebte er in St. Blasien.

Werke in der Oberen Kirche

Nach zahlreichen Ausstellungen im Raum Basel knüpfte Pieter van de Cuylen 1966 den ersten Kontakt zu Zurzach. Er beteiligte sich mit den Bildern an der Ausstellung «Das Kreuz in der Kunst der Gegenwart» sowie fünf Jahre später an der Ausstellung «Der Tod in der Kunst der Gegenwart». Daraus ergab sich die Möglichkeit, das 1943 abgelegte Gelübde einzulösen und sein religiöses Schaffen der Oberen Kirche in Zurzach, einer Marienkirche, zu vermachen.

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