Bezirk Zurzach

Sensationelle Wahl in den Grossen Rat – Grüne Isabelle Schmid: «Das hätte ich mir nie erträumen lassen»

Sensation im Zurzibiet: Die Grüne Isabelle Schmid knöpft der SVP einen Sitz ab – das Videointerview nach der Wahl

«Die Überraschung ist fast grösser als die Freude»: Isabelle Schmid im Videointerview.

Die Überraschung war gross: Acht Monate nach ihrem Einzug in den Tegerfelder Gemeinderat hat die Zurzibieter Bevölkerung Isabelle Schmid in den Grossen Rat gewählt.

Die Wahl ist auch eine historische: Die 55-Jährige gewinnt den Sitz auf Kosten der SVP für die Grünen, die zum ersten Mal überhaupt den bürgerlich geprägten Bezirk im Kantonsparlament in Aarau vertreten. «Das hätte ich mir nie erträumen lassen», sagt sie Stunden nach der Wahl.

Sie habe sich anfänglich aufstellen lassen, damit die Liste der Grünen komplett sei. Dass sie auf dem zweiten Listenplatz mit 758 die meisten Stimmen erzielte, habe sie überrascht. Der als «Biomeier» bekannte Full-Reuenthaler Hanspeter Meier liegt mit 688 erreichten Stimmen hinter ihr.

Isabelle Schmid.

Isabelle Schmid.

Isabelle Schmid wuchs in Klingnau auf, absolvierte ihre kaufmännische Lehre in Bad Zurzach, lebte fast 20 Jahre in Rietheim und wohnt seit 2008 in Tegerfelden. Deshalb sei sie möglicherweise auch über die Grenzen Tegerfeldens hinaus bekannt, ergänzt sie.

Einsatz für Fussgänger

Zudem engagierte sich die Hausfrau und Mutter dreier erwachsener Kinder schon vor ihrer Wahl in den Gemeinderat in verschiedenen Kommissionen im Dorf und im Surbtal. Ausserdem bietet sie Nostalgie-Kutschenfahrten an.

Die Tegerfelderin mutmasst, Die Partei habe trotz eher zurückhaltendem Wahlkampf sicherlich von der grünen Welle profitieren können. Im Grossen Rat möchte sich Isabelle Schmid für die Bewegungsfreiheit der Fussgänger einsetzen. «Ich möchte neue, sichere Wege schaffen, das ist mir ein grosses Anliegen.» So sei beispielsweise die Ruine in Tegerfelden kaum zu Fuss zu erreichen, sondern nur mit dem Auto.

Auch in Koblenz würden die Anliegen der Fussgänger gegenüber dem Grenzverkehr untergehen. «Natürlich stehe ich auch für die Reduktion von Plastik, eine grünere Umwelt und die Schaffung neuer Arbeitsplätze im Bereich der alternativen Energie ein», ergänzt sie.

Die Kernkraftwerke im Zurzibiet seien grosse Arbeitgeber:

Ihre Wahl in den Grossen Rat sei eine Verpflichtung. «Jetzt müssen wir Grünen uns beweisen.»

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