Der 19-jährige Marco Hauenstein hatte keinen einfachen Start ins Leben. Schon nach seiner Geburt musste er länger im Spital bleiben als andere Babys: "Ich kam direkt in die Klinik zum Drogenentzug, der drei bis sechs Monate dauerte." Drogen, die seine Mutter konsumiert hatte.

Vermutlich auf Grund der Drogen in seinem Körper verlor Marco dann nach und nach die Sehkraft in seinem rechten Auge – doch der Zuger ist keiner der sich beschwert, er nimmt alles, wie es gerade kommt.

Das er in einer Pflegefamilie gewohnt hat, wusste er schon früh. "Es war damals kein Problem für mich. Ich hatte eine Familie und konnte damit umgehen. Mit dem Alter wurde aber die Sehnsucht nach der leiblichen Familie immer grösser."

Mit 16 zog er von zu Hause aus. Mit diesem Moment fing er an, intensiv nach seinen leiblichen Eltern zu suchen: "Ich habe mich bei den verschiedenen Kantonen, auch mit der Polizei in Verbindung gesetzt. Dort hatte sich aber nichts ergeben und ich hatte die Hoffnung schon fast aufgegeben."

Anfang des neuen Jahres wagte er einen erneuten Versuch, dieses Mal via Facebook. Der Beitrag wurde bereits fast achttausend Mal geteilt – und es melden sich Leute aus aller Welt. Und er kann erste Erfolge verbuchen: "Wir haben nach drei Tagen meine Tante gefunden, das war unglaublich. Ich kann dieses Gefühl nicht beschreiben, nach fast 19 Jahren auf der Suche und plötzlich geht alles so schnell. Dafür bin ich sehr dankbar."

Seine Tante kann ihm dann auch ein Foto geben, darauf zu sehen ist Marco als Baby in den Armen seiner Mutter, Gina-Barbara Hauenstein aus Kleindöttingen. Bei der Kantonspolizei Aargau gillt sie seit Februar 2000 als vermisst.

Marcos ganze Hoffnung liegt jetzt bei seiner Tante – und bereits heute Freitag will er sie treffen. "Sie hat mich ebenfalls gesucht, konnte mich aber nicht finden. Deses Gefühl ist wunderschön."