Endingen

«Schwinget im Zurzibiet»: Ein Volksfest mit 700 Zuschauern

Beim Schwingfest siegte Favorit Nick Alpiger. Eine überraschend starke Rückkehr nach langer Verletzungspause zeigte der einheimische Michael Bächli.

Der Schwingklub Zurzach führt seinen Rangschwinget in jedem Jahr an einem anderen Ort im Bezirk durch. Die Wahl der kleinen Gemeindematte bei der alten Schreinerei in Endingen war ein Volltreffer. Über 700 Zuschauern drängten sich um die Sägemehlfläche und sorgten für ein urchiges Volksfest. Für die sportliche Krönung sorgte «Eidgenosse» Nick Alpiger, der den Schlussgang gegen Christoph Bieri dominierte. Schliesslich legte der Staufener den Untersiggenthaler nach gut fünf Minuten mit Kurz und energischer Bodenarbeit auf den Rücken und erhielt vom begeisterten Publikum den verdienten Applaus.

Michael Bächli endlich zurück
Im Mittelpunkt des Interesses stand jedoch der einheimische Michael Bächli. Das grosse Talent des Schwingklubs Zurzach gab nach dreieinhalb Jahren Verletzungszeit mit vier Knieoperationen ein gelungenes Comeback. Gleich den ersten Gang gegen den Aarauer Kranzschwinger David Anderegg gestaltete er nach vorsichtigem Beginn siegreich. Darauf stellte ihn das Einteilungsgericht vor schwierigere Prüfungen. Dabei zeigte sich, dass der 21-jährige Würenlinger schon wieder in einer erstaunlich guten Verfassung ist. Er trotzte dem späteren Festsieger Nick Alpiger ebenso wie dem zweitklassierten Freiämter Joel Strebel einen «Gestellten» ab. Die weiteren drei Gänge gewann er in überzeugender Weise. Der 202 cm grosse Wirtschaftsmittelschüler brachte seine Widersacher oft mit Gammen in Bedrängnis.
Am Schluss resultierte der ausgezeichnete 3. Platz inmitten von Spitzenschwingern. «Es ist schön, so zurückzukehren», freute sich der schlaksige Sägemehlathlet. «Ich spürte im Training, dass ich in guter Verfassung bin, aber ein Wettkampf ist noch einmal etwas anderes.»


OK-Präsident Lukas Meier, gleichzeitig Präsident der Zurzacher Schwinger, zeigte sich vollauf zufrieden mit dem kleinen, aber feinen Schwingfest in Endingen. Im 65-köpfigen Teilnehmerfeld bei den Aktiven kämpften vier «Eidgenossen» und zwei starke Südwestschweizer Gäste mit. Entsprechend bekamen die fachkundigen Zuschauer in jedem der sechs Gänge hochstehende Begegnungen zu sehen.

Erstklassige Schwingerkost
Der Schlussgang war diesbezüglich der Höhepunkt. Die beiden «Bösen» Alpiger und Bieri boten erstklassige Schwingerkost. Dabei demonstrierte der elf Jahre jüngere Alpiger eindrücklich den Generationenwechsel der letzten zwei, drei Jahre. Der 34-jährige Bieri hatte von Beginn weg seine liebe Mühe. Der neue Lenzburger Leader bearbeitete ihn abwechselnd mit Kurzzügen, Fussstichen und innerem Haken, bis er das Aushängeschild vom Schwingklub Baden-Brugg gebodigt hatte.
Nach der Machtdemonstration gab sich Alpiger demütig. «Als junger Schwinger war Christoph ein grosses Vorbild von mir. Deshalb sind es heute besondere Gefühle bei meinem ersten Sieg über ihn.»

Starke Zurzacher Beteiligung
Im Sägemehl standen nebst Bächli zehn weitere Zurzacher. Von ihnen schnitt der Schneisinger Michael Knecht auf Rang 13c am besten ab. Für viel Betrieb sorgten nebst den Aktiven die 125 Jungschwinger. Der gastgebende Zurzacher Klub stellte dabei 26 junge Zweikämpfer. Diese eroberten fünf Zweigauszeichnungen. Für Furore sorgten die Jüngsten. Die beiden neunjährigen Matti Berchtold und Aaron Birchmeier standen sich in der untersten Alterskategorie im Schlussgang gegenüber. Dabei besiegte Berchtold den «Eidgenossen»-Sohn schon in der ersten Minute.

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