Über 200 Sägemehlathleten haben in einem grossen Festzelt bei der Landi Klingnau im Rahmen des «Schwinget im Zurzibiet» gehörig geschwitzt. Der grosse Festsieger Nick Alpiger gehörte nicht dazu. Vor 500 Zuschauern bettete der 20-jährige Staufner sechs Gegner in kürzester Zeit auf den Rücken.

Der Schwingklub Zurzach unter der Leitung von Lukas Meier ging für seinen traditionellen «Schwinget im Zurzibiet» auf Nummer sicher. Frühzeitig einigte er sich mit der Landi Surb, die in Klingnau ihr fünfjähriges Bestehen feierte, auf eine Durchführung in einem grosszügig dimensionierten Festzelt.

So wetteiferten 57 Aktiv- und 152 Jungschwinger trotz vorsommerlicher Temperaturen im Zelgliareal unter einem 25 mal 50 Meter grossen «Sonnenschutz». Bei schwülwarmen Temperaturen entwickelte sich zwischen den besten Aargauern sowie den starken Gästen aus dem Waadtland und dem Baselbiet ein spannender Kampf um den Tagessieg.

Alpiger zeigt den Meister

Die Favoritenrolle lag bei den zwei «Eidgenossen» Nick Alpiger und Mario Thürig vom Schwingklub Lenzburg. Während Alpiger die Erwartungen des Fachpublikums erfüllte, liess sich Thürig im fünften Gang von Fabian Winiger überraschen. Im Schlussgang zeigte Alpiger dem zwölf Jahre älteren Freiämter schnell den Meister. Aufs erste «Gut» des Kampfrichters wuchtete der junge Draufgänger Winiger in die Unterlage und überstellte ihn auf den Rücken.

«Ich weiss um seine gefährlichen Angriffe, deshalb suchte ich eine schnelle Entscheidung», begründete Alpiger seine Taktik. Obwohl der «Neueidgenosse» eben erst die Rekrutenschule abgeschlossen hat und im Februar/März infolge einer Schulterverletzung pausierte, überzeugte er im sonnengeheizten Grosszelt mit sechs gewonnenen Gängen.

Geschlagene Zurzacher

Organisatorisch bewältigte der Schwingklub Zurzach seine Aufgabe trotz voreilig aufgestelltem Zelt einwandfrei. Sportlich traten die Aktiven nur marginal in Erscheinung. Aushängeschild Michael Bächli befindet sich nach zwei Kreuzbandrissen hintereinander in der Aufbauphase. Auch der zweite Zurzacher Kranzschwinger, Franz Kramer, fehlte. Der 22-jährige Leuggemer zog sich im März wieder eine Fussverletzung zu.

So versuchten sieben junge Zurzacher, sich im Sägemehl gegen die übermächtige Konkurrenz zu behaupten. Dies gelang mit mässigem Erfolg. Keiner kam über das hinterste Ranglistendrittel hinaus. Der Mandacher Luca Vogt, der Tegerfelder Jan Vogelsang und der Endinger Sandro Burger betteten in sechs Versuchen immerhin zwei Gegner auf den Rücken. Besser liefs beim Nachwuchs: Da gewannen vom Schwingklub Zurzach Janis Stutz und Samuel Birrer eine Auszeichnung.