Rekingen

Schwieriges Comeback für Carbranche: Trotz Lockdown-Ende bleibt die Nachfrage verhalten

Die 15 Reisebusse der Carmäleon Reisen AG aus Rekingen sind im Juni normalerweise bis zu 400 Mal unterwegs, dieses Jahr kommen sie gerade mal auf 21 Einsätze.

Die 15 Reisebusse der Carmäleon Reisen AG aus Rekingen sind im Juni normalerweise bis zu 400 Mal unterwegs, dieses Jahr kommen sie gerade mal auf 21 Einsätze.

Die Busse der Rekinger Carmäleon Reisen AG fahren nach dem Ende des Lockdown wieder. Das geplante Familienprogramm soll nun die Folgen der Coronakrise abfedern. Noch ist die Nachfrage aber verhalten.

Fast drei Monate lang sind die 15 Busse der Rekinger Carmäleon Reisen AG stillgestanden. Am 13.März fuhr der Saurer-Oldtimer eine Gruppe nach Nussbaumen, ein Bus holte eine Schulklasse aus dem Skilager in der Mörlialp ab. Danach folgte der Lockdown. Vor knapp einer Woche chauffierte das Carreisebüro erstmals wieder Senioren an den Zugersee. Zwar war das Wetter durchzogen, die Freude über die Fahrt trübte dies aber nicht. Weder bei den Senioren, die an diesem Tag lachend in die Kamera strahlten, noch bei Geschäftsführer Roland Pfister: «Es war eine grosse Erleichterung, die allererste Fahrt nach fast drei Monaten durchführen zu können.»

Der Stillstand ging an Carmäleon aber nicht spurlos vorbei. Seit zwanzig Jahren organisiert das überregionale Carreisebüro, das zur Indermühle-Gruppe gehört, Fahrten für fünf regionale Carunternehmen aus der Region Aargau/Zürich. Während der Hauptsaison in den Monaten Mai und Juni sowie August und September kommen die 15 Cars auf rund 300 bis 400 Einsatztage pro Monat. In diesem Jahr werden es im Juni lediglich 21 Einsätze sein.

Im Juli ist bislang erst ein Bruchteil der Normalauslastung erreicht, im August und im September sind die Busse bislang etwa halb so viel gebucht wie im Vorjahr. Mehrere Kunden hätten ihre Fahrten für den Herbst abgesagt, erklärt Pfister. Das Unternehmen rechnet mit einem Umsatzverlust von etwa 60 Prozent für 2020. «Wir werden die Nachwirkungen der Coronakrise voraussichtlich bis ins nächste Jahr spüren.» Dass der Lockdown nun beendet wurde, sei ein Hoffnungsschimmer.

Schulen fahren lieber mit dem Car als dem Zug

Besonders im Gruppensegment sei die Nachfrage wieder spürbar: «Jublas und Pfadis beispielsweise können doch ins Sommerlager fahren, und Schulen reisen auf ihren Klassenausflügen lieber mit Cars als mit den ÖV», sagt Pfister. Während die Pauschalreisen bis im Sommer ganz abgesagt wurden, sind die Seniorenfahrten bis jetzt etwa zur Hälfte ausgelastet. «Die einen freuen sich, endlich wieder etwas unternehmen zu können, während die anderen noch sehr vorsichtig sind.»

Um das Ansteckungsrisiko so gering wie möglich zu halten, hat Carmäleon mehrere Massnahmen umgesetzt. So befinden sich an allen Eingängen der Cars Desinfektionsspender, die Passagiere erhalten Plastiksäcke für ihren Abfall, die Cars werden speziell gereinigt und desinfiziert, die Reihe hinter dem Fahrer wird möglichst freigehalten. «Wir verzichten zudem auf eine Vollbesetzung der Cars. Ansonsten empfehlen wir, eine Maske zu tragen.»

Für die Sommer- und Herbstferien hat das Reisebüro zudem ein spezielles Familienprogramm auf die Beine gestellt, das zurzeit im Druck ist. «Wir fahren mit den Cars verschiedene Sehenswürdigkeiten und Highlights an», sagt Pfister. Zu den Zielen gehören unter anderem die Swissminiatur in Melide, der Globi-Weg in Engelberg, der Tierpark Goldau oder der Baumwipfelpfad in Mogelsberg. Zudem bietet Carmäleon Velotouren an, beispielsweise rund um den Flughafen Zürich. Die Reisenden werden dabei mitsamt ihren Velos nach Zürich chauffiert. Roland Pfister: «Wir sind optimistisch, bald wieder häufiger auf den Strassen anzutreffen zu sein.»

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