Döttingen

Schwertransport: Dieser Lastwagen fährt mit 420 Tonnen durch das Zurzibiet

Ein Schwertransport musste um drei Meter verlängert werden, um das Gewicht über die Döttinger Aarebrücke besser verteilen zu können.

Ein gewaltiger Kompressor bahnte sich in der Nacht auf Mittwoch seinen Weg durch das Zurzibiet. Nur über die Route Wettingen – Nussbaumen – Döttingen – Leibstadt liess sich der Lastwagentransport überhaupt realisieren. Andere Routen kamen aufgrund der Breite des Kompressors nicht in Frage. Kleinere Verkehrsbehinderungen durch den langen Transport waren die Folge. Um in Döttingen die Aarebrücke passieren zu können, musste der Transport sogar verlängert werden.

Die Firma Burckhardt Compression baut in Winterthur Hochdruckverdichter, die in der Kunststoff-Industrie auf der ganzen Welt eingesetzt werden. Für ein Projekt in China wurde nun ein solcher Kompressor von Winterthur in den Auhafen in Muttenz (BL) transportiert. Mit den zehn montierten Zylindern ist der Kompressor 6,9 Meter breit und 280 Tonnen schwer.

Dazu kommen 16 Schwerlastachsen und ein Zugfahrzeug sowie bis zu drei Stossfahrzeuge. Dadurch wurde der gesamte Zug rund 420 Tonnen schwer und bis zu 69 Meter lang. Dementsprechend vorsichtig war der Transport während zwei Tagen durch die Schweiz unterwegs.

Die Döttinger Aarebrücke als Knackpunkt

Jede Verkehrstafel konnte dabei zum Verkehrshindernis werden. Damit das nicht passiert, war ein Voraustrupp mit der Vorbereitung der Strecke beschäftigt. Danach folgte der Transport unter Begleitung eines Ausnahmetransportbegleiters, die Nachhut baute am Schluss alles wieder auf.

In Döttingen musste die Aarebrücke passiert werden. Um das Gewicht besser zu verteilen und so die Brückenlager weniger stark zu belasten, wurde der ganze Transport um zwei Achslinien oder rund drei Meter verlängert. Rund 40 Minuten dauert es, mit Hilfe eines Kranfahrzeugs das Achsmodul einzu-
bauen und den ganzen Zug wieder fahrbereit zu machen. Nach einer kurzen Stärkung ging es weiter durch die Nacht in Richtung Basel. Die Strecke war danach nicht mehr ganz so eng wie in der ersten Nacht, als die Route quer durch die Stadt Zürich führte.

Dass der Weg über die Aargauer Kantonsstrassen überhaupt funktionierte, ist der Pflege der sogenannten Ausnahmetransportroute Typ I zu verdanken. So wurde 2014 in Möhlin die Möhlinbachbrücke saniert, die früher nur für 40 Tonnen zugelassen war. Ohne diese Sanierung wäre dort eine Alternative wie beispielsweise eine Hilfsbrücke nötig gewesen.

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