Bad Zurzach

Schlosspark: Prügel und Applaus für den Gemeinderat nach Planungs-Bremse

Auf aargauerzeitung.ch wird der Entscheid des Gemeinderates, über das Schlossareal eine Planungszone zu verhängen, mehrheitlich kritisiert. Die Bevölkerung von Bad Zurzach hingegen begrüsst den Entscheid.

Der Mitte Januar bekannt gewordene Entscheid des Gemeinderats Bad Zurzach, für den Schlosspark eine Planungszone zu erlassen, nachdem die Antonie-Deusser-Stiftung nur eine Woche zuvor an einer Presseinformation Pläne für eine Überbauung mit vier Mehrfamilienhäusern vorgestellt hatte, löst bei der Bevölkerung des Fleckens und auf aargauerzeitung.ch unterschiedliche Reaktionen aus.

Auf aargauerzeitung.ch wird in fünf von sechs Kommentaren wenig bis gar kein Verständnis für den gemeinderätlichen Schritt aufgebracht: Während der eine Kommentator bemängelt, dass der Gemeinderat seinen Entscheid in der Regionalzeitung publizierte, ohne gleichzeitig die Bevölkerung zu informieren, stellt ein anderer die Frage, ob der Gemeinderat von allen guten Geistern verlassen sei, und ob die Bürgerinnen und Bürger nicht erwarten könnten, dass er - der Gemeinderat - Bad Zurzach endlich in eine erfolgreiche Zukunft führe und sie nicht nur verwalte.

«Der Gemeinderat verhindert wieder mal die Entwicklung von Bad Zurzach», schreibt ein Dritter in seinem Kommentar. Ähnliches geschehe im Bahnhofgebiet. Kaum wolle jemand investieren und etwas Neues bauen, werde eine Planungszone erlassen.

«Diese Notbremse musste einfach gezogen werden», schreibt der vierte Kommentator und bezieht als Einziger Stellung für den Gemeinderat. «Solange der Schlosspark nicht zubetoniert ist, ist es auch ein Schlosspark und damit wertvoll.» Werde die Überbauung realisiert, würden einfach Häuser zwischen Bäumen stehen und daneben ein als Schloss bezeichnetes Gebäude. «Das Ensemble ist dann unwiderruflich zugebaut.»

Zustimmung für den Gemeinderat

Ähnlich tönts auch auf den Strassen von Bad Zurzach: Die Mehrheit der Passanten wollte sich nicht mit Namensnennung und Foto in der Zeitung wiederfinden, gab aber doch eine Meinung ab, wobei alle Befragten Verständnis für die Handlungsweise des Gemeinderates aufbrachten. «Lange Zeit hat man nichts von der Stiftung gehört und jetzt muss alles sehr schnell gehen - vielleicht zu schnell», sagte eine Frau.

Sie habe das Gefühl, dass zwischen der Antonie-Deusser-Stiftung und dem Gemeinderat, wenn nicht ein Krieg, so doch ein massiver Streit ausgebrochen sei. Grundsätzlich sei sie sehr froh, dass der Gemeinderat die Notbremse gezogen habe. «Es wäre ein Verlust, wenn der Park geschlossen und nur noch privat genutzt würde.» Dem Gemeinderat traue sie zu, dass er für ein sinnvolles Projekt Hand biete, auf der anderen Seite aber auch bestrebt sei, eine Bausünde zu verhindern, die man später bereue.

Ein Passant meinte, es sei höchste Zeit, dass sich auf dem Schlossareal etwas tue, «sonst wird das Schloss früher oder später zum Schandfleck.» Es sei aber auch klar, die die Pläne der Stiftung vom Gemeinderat nicht kommentarlos habe durchgewinkt werden können. «Es ist die Pflicht und Schuldigkeit des Gemeinderates gegenüber der Bevölkerung, mit dem Erlass einer Planungszone einzugreifen, wenn dies nötig ist.»

Mit der Planungszone sei nichts blockiert, sondern zwinge die Stiftung nur, sich Zeit zu nehmen und das Projekt auf seine Vereinbarkeit mit der Gesamtplanung des Fleckens zu überprüfen.

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