Ein Dutzend Städte haben im Aargau das Stadtrecht aus historischen Gründen erhalten. Darunter auch kleinere Ortschaften wie Kaiserstuhl und Klingnau. Im Unterschied zu Baden oder Aarau verfügen die beiden Zurzibieter Gemeinden aber über kein Parlament. Sollten Bad Zurzach, Baldingen, Böbikon, Fisibach, Kaiserstuhl, Mellikon, Rekingen, Rietheim, Rümikon und Wislikofen ihren Weg bis zur möglichen Fusion weiterverfolgen, wäre diese Form ebenfalls eine Option.

Wie die neue Gemeinde, die mit über 8000 Einwohnern zur grössten im Bezirk aufsteigen würde, politisch geführt werden soll, darüber diskutierten die Beteiligten am dritten Workshop von «Rheintal+: vertiefte Prüfung». Die Arbeitsgruppen, die sich aus rund hundert Freiwilligen aus den involvierten Gemeinden zusammensetzen, wollten es dabei genauer wissen.

Yvonne Reichlin, Leiterin der Gemeindeabteilung des Kantons, wies in ihren Ausführungen darauf hin, dass es gesetzlich erlaubt ist, während einer Übergangsfrist von vier Jahren ab Fusion einen beliebig grossen Gemeinderat zu wählen, damit alle Projektgemeinden im neuen Gremium gebührend vertreten wären. Bei den politerfahrenen Mitgliedern der Arbeitsgruppe fand diese Variante wenig Gehör. Wenn ein Gemeinderat, dann einen schlanken, schlagkräftigen mit sieben Mitgliedern, so der O-Ton.

Hohe Kosten und ungleich verteilt

Zur Diskussion im neuen Verbund stünde auch ein Einwohnerrat. Diese Idee wurde indessen deutlich verworfen: Einerseits wegen der entstehenden Kosten, die ein solches Parlament verursacht, so die Meinung, und andererseits am Proporz, welcher keine gleichberechtigte Mitsprache aller fusionierten Gemeinden zulassen würde.

Die Idee eines «Dörferrats», den Projektleiter Jean-Claude Kleiner einbrachte, fand schliesslich am meisten Zuspruch. Darin oder in einer Dörfer-Kommission könnten alle fusionierten Ortschaften durch je eine Person vertreten sein. Die Arbeitsgruppe «Behörden und Verwaltung» fand an dieser Idee Gefallen und legte umgehend Eckpunkte fest: Einführung eines Dörferrats unmittelbar nach der Fusion; Regelwerk definiert im Fusionsvertrag; je eine Vertretung pro Ortschaft gewählt für eine Amtsperiode; mindestens vier Zusammenkünfte pro Jahr sowie eine aktive Drehscheibe zwischen Gemeinderat und Bevölkerung.