Sedimente im Rhein

Rheinaubund eilt Fischern zu Hilfe

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Stausee in Klingnau: Weitere Einsprache gegen die Einleitung belasteter Sedimente in den Rhein.

Nachdem vor drei Wochen der Aargauische Fischereiverband zusammen mit sämtlichen Fischervereinen von Döttingen bis Kaiseraugst Einsprache gegen die Einleitung belasteter Sedimente in den Rhein erhoben hat, lehnt sich nun auch der Rheinaubund als Schweizerische Arbeitsgemeinschaft für Natur und Heimat mit Sitz in Schaffhausen gegen das Vorhaben des Kantons Aargau auf.

«Projekt hat gravierende Mängel»

Grundsätzlich anerkennt der Rheinaubund die geplante Reaktivierung des Seitenarms im Klingnauer Stausee als Massnahme für die Verbesserung des Hochwasserschutzes sowie als Massnahme zur Aufwertung der Lebensräume. Er bezeichnet es als richtig, dem Fluss die Sedimente wieder zurückzugeben. Aus vielen anderen Projekten sei jedoch bekannt, so der Rheinaubund in seiner Einsprache, dass die chemische Belastung der Sedimente im Stauraum von Kraftwerken unterschiedlich hoch sei. Aus seiner Sicht weise das geplante Projekt hinsichtlich der Sedimentuntersuchungen und der damit verbundenen allfälligen Risiken durch chemische Belastung – insbesondere PCB (Polychlorierte Biphenyle) und PAK (Polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe) – gravierende Mängel auf: Der Rheinaubund weist darauf hin, dass die Standorte von mindestens 4 der 7 im Jahr 2005 entnommenen Proben ausserhalb der geplanten Rinne liegen und nicht im direkten Zusammenhang mit dem vorliegenden Projekt erstellt wurden. Ausserdem lägen aus der unteren Hälfte des projektierten Seitenarms keine Untersuchungen vor.

«Grosse gesundheitliche Gefahr»

Der Rheinaubund räumt zwar ein, dass die Analysen der 2005 entnommenen Proben zeigen, dass die Konzentration an Schwermetallen im Wesentlichen unbedenklich sei, dass jedoch die PAK- und PCB-Maximalwerte in der höchsten Belastungsstufe einzuordnen seien. Eine Wiedereinleitung von Sedimenten aus dem Klingnauer Stausee könne nur dann verantwortet werden, wenn die Risiken bezüglich der Schadstoffbelastung umfassend und projektbezogen beurteilt worden seien. In seiner Einsprache weist der Rheinaubund darauf hin, dass Schwermetalle, PCB und PAK eine grosse gesundheitliche Gefahr für Lebewesen in der Bodenzone eines Gewässers wie auch für Fisch und Mensch darstellen. Die teilweise hochgiftigen Stoffe würden sehr langsam abgebaut und über die Nahrungskette in Tier und Mensch angereichert.

Der Rheinaubund stellt den Antrag, das Bagger-Projekt sei abzulehnen und eine umfassende Risikoanalyse zu erarbeiten. Eventuell seien die Sedimente, oder Teile davon, als Sondermüll zu entsorgen. Weiter sei zu prüfen, ob die Kosten für das Projekt entsprechend dem Verursacherprinzip vom Kraftwerk Klingnau und von der Industrie getragen werden müssen.

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