Statt des budgetierten Aufwandüberschusses von 26'500 Franken erzielte die Einwohnergemeinde einen Ertragsüberschuss von 1,256 Millionen Franken. Mario Hüsler, seit 19 Jahren Leiter Finanzen in Leuggern, sagt: «Ich kann mich nicht erinnern, dass die Abweichung je so gross gewesen wäre.»

«Verschiedene, meist ausserordentliche Faktoren tragen zum sehr guten Ergebnis bei», teilt die Gemeinde mit. Die allgemeinen Gemeindesteuern (Einkommen und Vermögen) liegen mit 4,9 Millionen Franken rund 430'000 Franken über dem Budget und 155'000 Franken über dem Vorjahr. Die Mehrerträge sind hauptsächlich auf Nachträge für Vorjahre zurückzuführen (inkl. einem einmaligen ausserordentlichen Steuerereignis). «Insgesamt gingen rund 750'000 Franken an Sondersteuern ein», sagt Hüsler. Nachsteuern, Grundstückgewinn- und Erbschaftssteuern sind allesamt höher als budgetiert ausgefallen. Bei den Nach- und Strafsteuern ist gar ein Rekordwert von 251'786 Franken zu verzeichnen.

Disziplin bei den Ausgaben

Wie erwartet, sind die Bruttoausgaben im Bereich materieller Hilfe wieder angestiegen. Sie betrugen 438'829 Franken, budgetiert waren 400'000 Franken, im Vorjahr waren es 338'710 Franken. Dank Bundes- und Kantonsbeiträgen für Fälle aus dem Resettlementprogramm für Asylsuchende blieb der Nettoaufwand jedoch verhältnismässig tief (186'822 Franken, budgetiert waren 339'500 Franken) und entlastet somit auch das Ergebnis 2018.

Ausgabenseitig kann der Gemeinderat positiv feststellen, dass die plan- und budgetierbaren Ausgabenpositionen eingehalten oder meistens gar leicht unterschritten wurden. Mit 1,872 Millionen Franken ist der Bildungsbereich, wie bei den meisten Gemeinden, der grösste Ausgabenposten. Aber auch in diesem Bereich konnten die Nettoaufwendungen um rund 190'000 Franken unterschritten werden. Dazu beigetragen haben hauptsächlich tiefere Lehrerbesoldungsanteile an den Kanton sowie tiefere Schulgelder an die Volks- und Berufsschulen.

Der positive Verlauf der Rechnung 2018 hat auch erfreuliche Auswirkungen auf die Selbstfinanzierung. Diese liegt mit dem Abschluss 2018 bei über 1,6 Millionen Franken (Budget knapp 500'000 Franken). Dies wiederum trägt dazu bei, dass die Nettoschulden abermals reduziert werden können.

Die Selbstfinanzierungsbetriebe Wasser und Abfall schliessen mit Ertragsüberschüssen ab (Wasser: 38'000 Franken/Abfall: 52'000 Franken). Der dritte Selbstfinanzierungsbetrieb Abwasser schliesst im Gegensatz mit einem Aufwandüberschuss von 157'000 Franken ab.

Der Gemeinderat zeigt sich mit dem Rechnungsabschluss 2018 sehr zufrieden. Er mahnt aber: «Meist haben ausserordentliche und einmalige Faktoren zum guten Ergebnis beigetragen. Es kann nicht davon ausgegangen werden, dass diese Faktoren künftig regelmässig eintreffen.» Den dreiprozentigen Steuerabtausch mit dem Kanton hatte Leuggern 2018 nicht an die Steuerzahler weitergegeben. Hüsler glaubt, dass dies ein Thema werden könnte. «Wir müssen das Budget 2020 anschauen», sagt er. Derzeit beträgt der Steuerfuss 117 Prozent. (az)