Vor vier Jahren baute die Raiffeisenbank Surbtal-Wehntal das Angebot in ihrem Tätigkeitsgebiet aus. In Endingen entstand mit dem Umzug ins ehemalige Gebäude des Möbelhauses Weibel ein neuer Hauptsitz. Mit dem Schritt wollte die Bank die eigene Position in der Region weiter stärken. Der Finanzdienstleister unterhält neben Endingen mit den Filialen in Schneisingen, Schöfflisdorf, Lengnau und Tegerfelden ein dichtes Stellennetz.
Dieses wird nun gestrafft: Vergangene Woche wurden die Genossenschafter mit einem Flugblatt über die bevorstehende Schliessung der Filiale in Tegerfelden am 26. September informiert.

Die Bedürfnisse der Kundinnen und Kunden nach individueller Beratung in Finanzfragen sind über die letzten Jahre stetig gestiegen, heisst es im Schreiben. Gleichzeitig habe die Nachfrage nach einfachen Bankdienstleistungen wie Ein- und Auszahlungen aber stark abgenommen, sagt der Vorsitzende der Bankleitung, Christoph Häfliger. «Immer mehr Kunden nutzen E-Banking, was zu rückläufigen Schalterfrequenzen und Kundenkontakten auf den Geschäftsstellen führt», begründet Häfliger den Schritt. Der Entscheid sei seitens der Kunden einerseits mit Bedauern aufgenommen worden, aber auch auf Verständnis gestossen.

Mittlerweile fänden 91 Prozent aller Interaktionen ohne Bankmitarbeiter statt, sagt Häfliger.
Die Raiffeisenbank Surbtal-Wehntal, die rund 15 000 Kundinnen und Kunden betreut und eine Bilanzsumme von 870 Millionen Franken ausweist, hat deshalb ihre Geschäftsstellen-Strategie neu beurteilt. Auf ihrem Marktgebiet von nur 14 Kilometern Länge wird sie sich zukünftig auf die drei Standorte konzentrieren. Ab Montag, 30. September, wird die Bank noch in Endingen, Lengnau und Schöfflisdorf präsent sein. Zudem steht in Schneisingen ein Beratungszimmer zur Verfügung.

Die Schliessung der Filiale in Tegerfelden hat nach Angaben von Christoph Häfliger keine Kündigungen zur Folge. «Die Mitarbeiterinnen, welche die Kunden am Schalter in Tegerfelden betreut haben, werden in unseren drei Beratungsstandorten ihre Aufgaben als Kundenberaterinnen weiterführen.»

Bestehen bleibt der Bancomat an der Kreiseltankstelle. Ausserdem kann in Zukunft im Volg Bargeld bezogen werden. Der Dorfladen dient auch als Postagentur. Raiffeisenbank-Kunden können hier bis zu 500 Franken pro Tag beziehen. «Wir sind glücklich, dass wir diese Lösung gefunden haben», betont Christoph Häfliger. Damit werde die Landi Surb zusätzlich gestärkt.

Keine weiteren Schliessungen

Ob nach dem Aus der Tegerfelder-Filiale weitere Schliessungen drohen, glaubt Häfliger aus heutiger Sicht nicht. Zumindest seien weitere Schliessungen derzeit kein Thema, da die anderen Standorte über eine bessere Kundenfrequenz verfügen. Er räumt aber ein, dass es schwierig zu beurteilen sei , wie sich der Bargeldverkehr weiterentwickeln werde. Trotz der Aufhebung der Niederlassung in Tegerfelden, sei die Raiffeisenbank die Bank mit dem dichtesten Geschäftsstellennetz in der Schweiz», so Häfliger.