Frontal und mit prominentem Schriftzug präsentiert sich der «Ochsen» für Autofahrer, die von der deutschen Grenze in den historischen Ortskern von Bad Zurzach fahren. Das denkmalgeschützte Gebäude mit den roten Fensterläden und der goldenen Ochsenfigur beheimatet seit Kurzem wieder ein Restaurant. Seit März vergangenen Jahres stand die Gastwirtschaft in der Hauptstrasse 55 leer – das damalige Wirtepaar verliess die Räumlichkeiten nach zehn Jahren. Das Paar eröffnete 140 Meter ostwärts im Gasthaus zum Schwert neu, welches ebenfalls zwei Jahre leer stand. Vor zwei Wochen feierte schliesslich das Team von «BarBar» Neueröffnung im «Ochsen».

Für Geschäftsführer Valerio De Conti und seine Lebensgefährtin Angela Albicker ist es bereits die zweite Neueröffnung innerhalb eines Jahres. Die Abklärungen über die Übernahme des «Ochsen» dauerten so lange, dass das Paar zwischenzeitlich ein Lokal im deutschen Wutöschingen eröffnete. Die Gemeinde nahe Waldshut-Tiengen ist Albickers alte Heimat, mittlerweile lebt die 53-jährige Deutsche in Bad Zurzach. Vor drei Jahren lernte sie De Conti in einer Pianobar kennen, der 58-jährige Italiener konnte auch sie vom Traum eines eigenen Lokals begeistern. Während er als Geschäftsführer «all in» mit dem Restaurant geht, arbeitet Albicker weiter in der Reha-Clinic. Den Start des Lokals begleitet sie als Kellnerin und «Mädchen für alles» neben ihrer Tätigkeit in der Reha-Clinic, ab Sommer wird sie nur noch punktuell aushelfen.

In Wutöschingen kam «BarBar» gut an. Mehrmals die Woche sei das Lokal abends voll, berichtet Albicker. Obwohl De Conti und sie bewusst auf Werbung verzichteten – die eigene Website befindet sich erst noch im Aufbau –, sprach sich das toskanische Büffet mit Pizzeria schnell rum. «Mundpropaganda ist nachhaltigere Werbung, auch wenn die Gäste erst später kommen», sagt Albicker. Die Quereinsteiger wollen mit Qualität und Frische zu günstigen Preisen überzeugen – auch in Bad Zurzach.

«Hier an der Grenze müssen wir uns preislich mit Deutschland vergleichen. Sonst gehen die Kunden zum Essen nach drüben», ist Angela Albicker überzeugt. Die Räumlichkeiten im «Ochsen» sind dreimal grösser als in Wutöschingen. Die hohen Pachtkosten (5000 Franken inkl. Nebenkosten), die mit ein Grund für den Umzug der Vorgänger waren, wollen De Conti und Albicker voll ausnutzen: Auf der anderen Seite der Ochsenpassage, die das alte Gebäude in Richtung Park durchquert, soll eine kleine Gartenwirtschaft entstehen. Eine Gelateria mit selbst gemachten Glacésorten ist bereits eingerichtet. Sie soll sowohl das Angebot der italienischen Küche ergänzen als auch als Eistheke genutzt werden. Das Zubereiten von Glacé hat sich De Conti mithilfe eines Kollegen und zahlreicher Rezepte selbst beigebracht.

Der grosse Wunsch des Paares ist, im Untergeschoss des «Ochsen» eine Pianobar einzurichten. Die frühere Kegelbahn soll räumlich abgetrennt und die Bar reaktiviert werden. De Conti und Albicker träumen von Livemusik, Karaoke und Tanzabenden. Bis zum kommenden Winter wollen sie das Konzept umsetzen.  

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