Im Rahmen des Auen-Renaturierungsprojekts «Chly Rhy» in Rietheim hat Pro Natura Aargau die Absicht, zwei Bunker zu erwerben. «Dann ist alles Land, das für die Renaturierung benötigt wird, im Eigentum des Kantons Aargau und Pro Natura», sagt Thomas Urfer, Präsident der Naturschutzorganisation. Hauptziel des Projekts ist es, den Rhein-Seitenarm auszubaggern und wieder ganzjährig vom Wasser durchströmen zu lassen. Ausserdem sollen entlang des Chly Rhy neue Brücken und Wege entstehen.

Neuer Wanderweg geplant

Einer der beiden Bunkerparzellen benötigt Pro Natura, weil entlang des Bachtalbaches ein Wanderweg gebaut werden soll. «Ohne den Kauf dieser Parzelle könnten wir den Weg nicht bauen», sagt Urfer.

Den zweiten Bunker in der Nähe des Rietheimer Pumpwerks erwirbt die Naturschutzorganisation als Landreserve – für den Fall, dass weitere Besitzerwechsel mit der Gemeinde nötig wären. Diesen Sommer hatten Ortsbürger- und Einwohnergemeinde von Rietheim dem Landabtausch zugestimmt: Während sie der Naturschutzorganisation und dem Kanton Wald-, Weg- und Gewässerparzellen abtreten, wird ihnen im Gegenzug Landwirtschaftsland im Rietheimerfeld zugesprochen.

Die beiden Befestigungsanlagen sind zurzeit noch im Besitz der Schweizerischen Eidgenossenschaft, konkret der Armasuisse. «Beide Bunker werden nach dem Erwerb im bisherigen Zustand belassen», sagt Urfer. Er sei froh, dass die Verhandlungen mit Armasuisse so gut verlaufen seien. «Die Armee konnte diese zwei militärischen Anlagen nicht mehr gebrauchen, und sie wurden seit Längerem nicht mehr unterhalten.»

Armasuisse benötigt für den Verkauf der Bunker eine Baubewilligung. Dem Kauf stehe nun fast nichts mehr im Weg – nur noch eine Einwendung könnte den Erwerb verhindern. «Damit rechne ich aber nicht», sagt Urfer.

Neues Zuhause für Fledermäuse?

Gespannt ist er, wie es im Innern der Bunker aussieht. «Ich war noch nicht in den Räumen. Beide Schlösser sind abgerissen worden.» Geht es nach dem Präsidenten der Naturschutzorganisation, sollen sogar die Bunker Teil der Renaturierung werden. «Ich werde die Schiessklappen an den Türen öffnen und hoffe, dass dann Fledermäuse den Weg ins Innere finden. Es würde mich riesig freuen, würden die Bunker für die Tiere ein neues Zuhause werden.»