Bad Zurzach

Prinz Karneval hat nun das Zeitliche gesegnet

Mit dem «Ättirüedi» und der «Lätschete» ist die Fasnacht im Flecken zu Ende gegangen. Der spendierfreudige «Ättirüedi» steht für die schönen Seiten des Lebens, das Ableben Prinz Karnevals für die Schattenseiten.

Am Aschermittwoch kreischen die Kinder in Bad Zurzach, so laut sie nur können und freuen sich, während die Erwachsenen Tränen vergiessen, mit denen ganze Seen gefüllt werden könnten. Der spendierfreudige «Ättirüedi» steht für die schönen Seiten des Lebens, das Ableben Prinz Karnevals für die Schattenseiten – denen aber immerhin sechs närrisch-schöne Tage vorausgegangen sind. Gestern Nachmittag zog der «Ättirüedi» mit seinem prall gefüllten Jutesack und dem Ofenstecken vom Sternenbrunnen aus durch den Oberflecken und rief in die Kinderschar: «Wo sind mini Maitli? Wo sind mini Buebe? Wer will Orange? Wer will Zältli?»

Ättirüedi in Bad Zurzach - Die Fasnacht ist zu Ende

Ättirüedi in Bad Zurzach - Die Fasnacht ist zu Ende

Antworteten die Kinder mit lautstarkem Kreischen, warf der «Ättirüedi» Orangen, Zältli, halbierte Wienerli oder kleine Landjäger in die Luft. Darauf folgte ein lustiges Gerangel um die Leckereien.

Weniger fröhlich gings bei den Erwachsenen am Abend zu und her. Auch sie versammelten sich – als Heulweiber verkleidet – beim Sternenbrunnen im Oberflecken und weinten sich wegen des Ablebens von Prinz Karneval die Augen aus. Der Verblichene wurde – begleitet von der Trauermusik der «Lattensager» – auf einer Bahre zum Münsterplatz getragen, wo Götz von Pfauenauge eine bewegende Abschiedsrede hielt. Als Schlusspunkt der Bad Zurzacher Fasnacht 2013 wurde Prinz Karneval – wie es die Tradition gebietet – auf der Zollbrücke angezündet und den Fluten des Rheins übergeben.

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