So hat sich der Unfall abgespielt.

So hat sich der Unfall abgespielt.

Tele M1 im Interview mit Polizeisprecher Berhard Graser.

Tele M1 im Interview mit Polizeisprecher Berhard Graser.

Dienstagmorgen, kurz vor sechs Uhr, kam es bei Endingen zu einem Verkehrsunfall zwischen einem Postauto (Linie 355 Döttingen-Niederweningen), einem Lastwagen mit Anhänger und einem Auto.

Beim Unfall wurden eine 18-jährige Frau und ein 24-jähriger Mann, beide in der Region wohnhaft, getötet. Zwei Fahrgäste wurden schwer verletzt. Eine weitere Person an Bord des Postautos wurde leicht verletzt. Zwei Passagiere kamen mit dem Schrecken davon.

Zwei in einem Auto eingeklemmte Personen, der 29-jährige Lenker und seine Beifahrerin, wurden mittelschwer bis schwer verletzt. Sie mussten von der Feuerwehr aus dem Wrack befreit werden.

Der Lastwagenfahrer, ein 22-jähriger Schweizer, wie auch der Busfahrer, blieben unverletzt. 

Tele M1 vor Ort: Das Neueste von den Unfall-Opfern im Kantonsspital Baden.

Tele M1 vor Ort: Das Neueste von den Unfall-Opfern im Kantonsspital Baden.

Aus der Bahn geraten

Sirenengeheul reisst Regina Schneider am Dienstagmorgen in der Früh aus dem Schlaf. «Ich wusste, etwas Schlimmes muss passiert sein», sagt die 54-jährige Einwohnerin aus Lengnau. «Meine Tochter rief mich an und sagte, ich könne wegen eines Unfalls nicht auf der Hauptstrasse nach Endingen zur Arbeit im Denner fahren.»

Erst später erfährt Regina Schneider, wie gross das Ausmass des Unfalls wirklich ist, warum Ambulanz, Polizei, Feuerwehr und Helikopter im Surbtal ausrückten.

Kurz vor sechs Uhr nimmt das Unglück seinen Lauf. Ein Postauto der Linie 355 (Döttingen–Niederweningen) ist mit sieben Passagieren Richtung Lengnau unterwegs. Zur gleichen Zeit nähert sich von der Gegenrichtung ein Lastwagen mit Anhänger und Zürcher Kennzeichen. Vor einer leichten Kurve gerät der Lastwagen am Strassenrand mit den rechten Rädern auf die Wiese, schert nach links aus, streift seitlich das Postauto und kollidiert frontal mit einem Auto, der hinter dem Bus herfährt.

Den Helfern, die auf der Unfallstelle eintreffen, bietet sich ein schrecklicher Anblick: Beim Postauto sind auf der linken Seite sämtliche Fenster geborsten, auf der rechten Seite die hinteren. Der Laster ist auf die Seite gekippt, der Anhänger liegt in der Wiese. Der Pw steht total demoliert am Strassenrand.

Lastwagen-Fahrer unverletzt

«Das ist auch für erfahrene Polizisten, die vieles gewohnt sind, eine schlimme Situation», sagt Bernhard Graser, Sprecher der Kantonspolizei Aargau, vor Ort.

Er bestätigt noch am Unglücksort die traurige Bilanz: Zwei junge Menschen im Bus sind tot. Eine 18-jährige Frau und ein 24-jähriger Mann, beide aus der Region.

Im Postauto werden zwei weitere Passagiere schwer verletzt, eine leicht. Zwei Fahrgäste und der Busfahrer kommen mit dem Schrecken davon. Ebenso der Lastwagen-Chauffeur, ein 22-jähriger Schweizer.

Wie durch ein Wunder überleben auch die zwei Insassen des völlig eingedrückten Personenwagens. Der 29-jährige Lenker und seine Beifahrerin werden schwer verletzt ins Spital gebracht.

Ein Care-Team vor Ort kümmert sich um die Opfer. Forensiker und weitere Spezialisten sichern die Spuren am Unfallplatz, der sich über fast hundert Meter zieht.

Auch Werner Blatter, Leiter des Krisenstabs der Postauto AG, trifft vor Ort ein. Sichtlich betroffen drückt er vor laufender Kamera von Tele M1 den Angehörigen «sein tiefstes Beileid» aus. «Ich hoffe, dass jetzt nicht die Schuldfrage ins Spiel kommt», sagt Blatter.

Der Chauffeur sei vorläufig dispensiert und werde betreut. Auch die Mitglieder der Feuerwehr Surbtal sind gezeichnet. «So ein Unfall ist etwas, das man zwar übt, von dem man aber hofft, es nie erleben zu müssen», sagt ein Feuerwehrmann zur az.

Feuerwehren aus der ganzen Region eilten zu Hilfe: Baden, Bad Zurzach-Rietheim, Ehrendingen-Freienwil und Döttingen.

Inzwischen ist Regina Schneider aus Lengnau über Umwege beim Denner in Endingen eingetroffen und hat Details vom tragischen Unfall erfahren.

«Wir sind alle fassungslos. Auch unsere Kunden im Laden beschäftigt der Unfall sehr», sagt Schneider. Im 2400-Seelen-Dorf Endingen herrscht am Nachmittag eine gespenstische Ruhe. Kaum jemand ist auf den Strassen unterwegs.

Gegen Abend lässt auch an der Unfallstelle der Betrieb nach. Die Fahrzeuge sind geborgen. Um 19 Uhr wird die Strasse für den Verkehr wieder geöffnet. (az)

Tele M1 im Interview mit Werner Blatter, Leiter Krisenstab Postauto AG.

Tele M1 im Interview mit Werner Blatter, Leiter Krisenstab Postauto AG.

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Sandra Ardizzone Tweet