Noch im Januar narrte der Bad Zurzacher Künstler Santhori die Zürcher Polizei. In einer «Guerilla-Aktion» verhüllte er eine Radarfalle mitten in der Stadt. Der Schweizer Pop-Art-Künstler wollte ein Zeichen setzen gegen die optische Umweltverschmutzung durch die Blechpolizisten. Drei Stunden stand die Skulptur, wurde von Passanten gefilmt und fotografiert, ehe sie von der Polizei abgeräumt wurde.

Nun hat Santhori eine neue Stadt für seine Kunst gefunden. Bereits im September 2015 und im vergangenen Februar bereiste er mit seinem Kreativdirektor Dominik Minet die Stadt New York. Mit dem Wunsch, die USA und die Schweiz in einen künstlerischen Dialog zu führen. «Santhori meets New York City», lautete damals das Motto.

Eine Ausstellung und eine Performance schwebten dem Künstler als nächstes grosses Projekt vor. «‹Santhori meets New York City› ist der Kuss der Schweizer Populärkunst mit der US-amerikanischen Pop Art», sagte Santhori. Galeristen, Kuratoren und Investoren zeigten Interesse an seinem Konzept.

Nun wird daraus Realität. Ab dem 9. September (Vernissage) bis zum 30. Oktober 2016 stellt Santhori in der Buddy Warren Gallery aus. Die Galerie für zeitgenössische Kunst befindet sich in der Lower East Side Manhattans. Die Ausstellung heisst «I Spy With My Bold Eye», in Anlehnung an das altbekannte Kinderspiel «Ich sehe was, was du nicht siehst ...»
Staatliche Überwachung

Das Auge als Instrument der Wahrnehmung ist ein wiederkehrendes Motiv in Santhoris Schaffen. «Es dient der Kontrolle, der staatlichen Überwachung wie auch der persönlichen Wahrnehmung», sagt Santhori. Mit dem ihm typischen Augenzwinkern will er neue Perspektiven für das aktuelle Thema «totale Überwachung» finden. Ein weiteres Anliegen ist es, den Betrachter für die allgegenwärtige Bilderflut zu sensibilisieren.

Bereits vor der Ausstellung wird Santhori Ende August mit diversen Aktionen die Beobachtungskultur unserer Zeit thematisieren. Unter anderem will er im Workshop «We Spy NY» zusammen mit Kindern ein Kunstwerk erschaffen.