Die Aussagen der beiden offiziellen Gemeinderats-Kandidaten nach dem ersten Wahlgang lassen an Deutlichkeit nichts vermissen. «Die Bürgerlichen verbreiten nur Schall und Rauch», sagt Uwe Fiedermann. «Die FDP hat rein gar nichts erreicht, ausser, dass der Steuerzahler nun einen zweiten Wahlgang berappen muss», sagt Lovey Wymann.

Die FDP-Ortspartei hatte im Vorfeld der Gemeinderats-Ersatzwahl gegen die beiden parteilosen Kandidaten opponiert, ihnen die notwendige Fachkenntnis für die Aufgabe abgesprochen und die Wähler aufgerufen, einen anderen Namen auf den Wahlzettel zu schreiben.

Ein Ziel hat die FDP erreicht: Alle Kandidaten blieben hinter dem absoluten Mehr zurück. Beim zweiten Ziel, den Kandidatenkreis für den zweiten Wahlgang zu erweitern, erlitt die Partei Schiffbruch. Hinter Fiedermann (309 Stimmen) und Wymann (227 Stimmen) drängte sich niemand in der Wählergunst auf. Weit abgeschlagen erzielte Peter Moser mit 15 Stimmen das drittbeste Resultat (siehe Tabelle). Der FDP ist es nicht gelungen, im ersten Wahlgang einen neuen Kandidaten zu positionieren.

«Wir hatten natürlich die Hoffnung, dass sich eine dritte Person in den Vordergrund spielen kann», sagt Franz Nebel, Präsident der FDP-Ortspartei. «Jetzt ist der erste Wahlgang vorüber. Wir haben eine neue Situation, die wir beurteilen werden.» Nebel will nun schauen, was die beiden offiziellen Kandidaten machen. Gestern kündigten beide gegenüber der az an, dass sie zum zweiten Wahlgang antreten werden.

Nebels Rechtfertigung

Nebel rechtfertigt das Vorgehen der FDP: «Wir waren die einzige Partei, die nach Alternativen zu den beiden Kandidaten gesucht hat. Leider gelang es uns nicht, bis vor dem Wahlsonntag jemanden zu finden.» Die Suche wolle man nicht aufgeben. «Nachdem wir die Stimmbürger aufgefordert haben, keinen der Kandidaten zu unterstützen, können wir jetzt nicht untätig bleiben», sagt Nebel. Bis zum 5. Oktober bleibt allerdings wenig Zeit. «Es wird schwierig für uns, eine eigene Kandidatur zu lancieren», sagt Nebel. Bis zu besagtem Tag müssen die Wahlvorschläge für den zweiten Wahlgang vom 27.  November eingereicht werden.

Nach ihren ansprechenden Resultaten schwingt bei den offiziellen Kandidaten auch etwas Schadenfreude mit. «Das Vorgehen der FDP ist bei den Stimmbürgern nicht gut angekommen», ist Wymann überzeugt, und legt nach: «Dass Roger Teuber nur fünf Stimmen geholt hat, freut mich.» Der SVP-Grossratskandidat hatte sich kurz vor der Wahl ins Spiel gebracht, als er ankündigte: «Wenn ich im ersten Wahlgang 100 bis 200 Stimmen erhalten sollte, trete ich im zweiten Wahlgang an.»

Mann im Finanzressort bevorzugt?

Fiedermann glaubt nicht, «dass die FDP bis zum zweiten Wahlgang einen Kandidaten aus dem Hut zaubert, der gewillt ist, seine Zeit für das Gemeinderatsamt zu opfern». Nach dem Störfeuer der Bürgerlichen habe ihn sein gutes Resultat überrascht. «Das macht Mut», sagt Fiedermann, «mit so vielen Stimmen habe ich nicht gerechnet.» Auch habe er gedacht, dass es zwischen Wymann und ihm enger werde. Wymann ihrerseits ist stolz auf das Ergebnis, räumt aber ein, dass sie den Abstand zu Fiedermann kleiner erwartet hätte. «In den Diskussionen habe ich gespürt, dass die Leute lieber einen Mann im Finanzressort haben», sagt sie und betont, dass sie sich die Aufgabe absolut zutraue. Wymann bedauert, dass vor dem ersten Wahlgang nur über Schwächen und Defizite geredet wurde. Das will sie korrigieren. Nun sei es an der Zeit, über die Stärken der Kandidaten zu reden. «Ich polarisiere und bin direkt», sagt Wymann, «ich glaube nicht, dass das der Gemeinde Bad Zurzach schaden würde.»