Patrick Gosteli präsentierte die Neuigkeiten heute im Gemeindehaus in Kleindöttingen, ausgerechnet neben dem Schulhaus Rain. Der Inhalt dürfte im Zurzibiet noch für einigen Gesprächsstoff sorgen. Der Gemeindeammann von Böttstein verkündete, was in den vergangenen Monaten hinter verschlossenen Türen in die Wege geleitet wurde. Das Resultat der zahlreichen Treffen: Die neun Gemeinden des unteren Aaretals und Kirchspiels spannen im Rennen um einen zukünftigen Bezirksschulstandort im Zurzibiet einhellig zusammen.

«Eigenbestimmte Lösung»

Geht es nach ihrem politischen Willen, soll ab dem Schuljahr 2018/19 neu Kleindöttingen die Bezirksschule beheimaten, Klingnau und Leuggern sollen die Sekundar- und Realschule erhalten. Um dieses Vorhaben umzusetzen, treten die drei Oberstufen-Schulkreise im Unteres Aaretal und Kirchspiel künftig als ein Verband auf.

«Mit diesem Entscheid streben wir eine eigenbestimmte Lösung an», sagt Patrick Gosteli. Die Region Unteres Aaretal soll mit diesem Schritt für die Oberstufenschüler weiterhin ein umfassendes Schulangebot zur Verfügung stellen, heisst es in einer Mitteilung.

Die Ankündigung fällt in eine brisante Phase: Der Planungsverband Zurzibiet Regio setzte im vergangenen Jahr eigens eine Arbeitsgruppe mit je einem Vorstandsvertreter der Schulkreise sowie je einem Gemeinderatsmitglied der Bezirksschul-Standortgemeinden ein, mit dem Ziel, ein gemeinsames Konzept zu erarbeiten. Der Vorschlag wurde Ende letzten Jahres bei den Kreisschulverbänden in die Vernehmlassung gegeben.

Die Bezirksschule in Klingnau - nach dem Willen des Gemeinderats soll sie auf das Schuljahr 2018/19 aufgegeben werden.

Die Bezirksschule in Klingnau - nach dem Willen des Gemeinderats soll sie auf das Schuljahr 2018/19 aufgegeben werden.

Die Kreisschule Surbtal und die Kreisschule Rheintal-Studenland gaben ihre Stellungnahmen ab. Die Kreisbezirksschule Leuggern und der Schulkreis Kirchspiel sowie der Gemeindeverband Oberstufe unteres Aaretal (OSUA) reichten Fristerstreckung ein.

Seit heute ist klar, wieso. Das angestossene Reformprojekt werde ungeachtet des Entscheids der Aaretal Gemeinden weitergeführt, sagt Felix Binder. Der Präsident von Zurzibiet Regio begrüsst den Entscheid, weil er Klarheit schaffe. Mitte Juni fänden die nächsten Gespräche statt.

Gosteli: «Ein Befreiungsschlag»

Von einem Alleingang will man bei den Mitgliedern des neuen Verbandes nichts wissen. Für Gespräche sei man weiterhin offen, bekräftigt Patrick Gosteli. Der Bezirk Zurzach bietet mit Endingen, Leuggern, Bad Zurzach und Klingnau momentan noch vier Bez-Schulen an. Aufgrund der neuen gesetzlichen Grundlagen ist es allerdings unwahrscheinlich, dass sämtliche Standorte in Zukunft weiter betrieben werden können.

Für die Gemeinden des unteren Aaretals steht ausser Frage, dass das bevölkerungsmässig stärkste Gebiet im Zurzibiet weiterhin für die Oberstufenschüler ein starkes und umfassendes Angebot samt Bezirksschule zur Verfügung stellen kann. Patrick Gosteli nennt das Vorhaben einen Befreiungsschlag für die Strukturregion. Oliver Brun, Gemeindeammann von Klingnau, streicht seinerseits hervor, dass die angestrebte Lösung mit niedrigen Kosten verbunden sei. «Grosse Investitionen könnten wir uns im aktuellen Umfeld nicht leisten.»

Die Bezirksschule Leuggern soll bis Ende Schuljahr 2017/18 weitergeführt werden, das Schulhaus dann als Sek- und Real-Standort genutzt werden.

Die Bezirksschule Leuggern soll bis Ende Schuljahr 2017/18 weitergeführt werden, das Schulhaus dann als Sek- und Real-Standort genutzt werden.

In einem Betriebskonzept sollen die Standorte in den kommenden Monaten auf die neuen Aufgaben vorbereitet werden. Nach dem politischen Schulterschluss geht es für die Gemeindevertreter nun darum, alle relevanten Kräfte für das Projekt zu gewinnen. An der Sommergmeind 2017 sollen konkrete Ergebnisse vorgelegt werden.