Die Musikgesellschaften Leuggern und Kleindöttingen luden sie alle ein: Audrey Hepburn, John Travolta und James Bond. Projiziert auf die grosse Leinwand neben der Bühne, lächelten die Stars in Hollywood-Manier ins Publikum, wenn die Weltstücke aus den Musicals «Grease» und «My Fair Lady» sowie «007»-Melodien erklangen. Einem solchen Staraufgebot in der Mehrzweckhalle Leuggern musste selbstverständlich einiges geboten werden.

Die Show muss weitergehen

So gestalteten die Musikgesellschaften den Abend nicht nur musikalisch äusserst abwechslungsreich, sondern auch sehr unterhaltend. Mit Geschick führte der junge Musiker und Grossrat Hansjörg Erne durch das Programm. Wie kündigt man «The Show must go on» von «Queen» besser an als mit dem ungeschminkten Statement, die Musikgesellschaften würden wie kariöse Zähne auseinanderbröckeln. Deshalb habe man sich in Leuggern und Kleindöttingen entschieden, sich zu einer Mannschaft zusammenzuschliessen. Denn eben: Die Show muss trotz weniger Mitglieder weitergehen. Die Musiker nahmen sich die Worte zu Herzen und spielten das Stück ausdrucksstark – vom lyrischen Anfang über den eindringlichen Staccato-Refrain bis zum beschwörenden Schluss.

Den ersten Teil des Konzerts dirigierte Eugen Busslinger (Kleindöttingen). Zur Uraufführung dessen Komposition «The Old Fox» machte Hansjörg Erne eine Anmoderation als Andreas Moser, bekannter Fernsehbiologe. Er stellte die «Posunus posunalis musicalis» vor, eine Bläserspezies, die das Glissando beherrsche. Eine Parodie mit Witz. Will er indes nicht selber als Sujet einer Schnitzelbank enden, sollte er dringend an seinem Basler Dialekt arbeiten. Den ersten Konzertteil beendete der Stimmungskracher «See you later Alligator» mit versierten Solisten.

Im zweiten Teil stand «Fantasy on Swiss Airs» im Zentrum, ein Stück, in dem Schweizer Volkslieder anklingen. Den roten Faden bildeten «S Ramseyers», gespickt mit einem variativen Euphonium-Solo von Ruedi Obrist.

Das war ebenso hervorragend wie der heimatromantische Moment, in dem alle zusammen «Es Burebüebli» sangen, «mal ufe, mal abe, mal links, mal rächts». Die Musiker sangen und turnten, das Publikum hatte sein Gaudi. Der temperamentvolle Georg Weiss (Leuggern) dirigierte in seinem weitgefächerten Teil auch Josef Strauss und Hazy Osterwald.

Dazwischen tauchte Mike Shiva alias Hansjörg Erne auf. Als er sein Telefonpult mitsamt der winkenden Katze des Hellsehers nach vorne schieben wollte, passierte es: Die berühmt-berüchtigte Katze flog zu Boden und zerschellte in tausend Stücke. Dieses Missgeschick war dem parodierenden Grossrat gar nicht recht, aber er überbrückte souverän, blieb in der Rolle des Mike Shiva und verwies auf seine billigen Telefontarife. Am 11. Januar findet das Konzert nochmals in Kleindöttingen statt – mit den gleichen Stars, mit gleicher musikalischer Kraft, jedoch mit einer neuen Katze.