Sonne, hohe Temperaturen – und das an einem Feiertag: Am Pfingstmontag zogen die Schwimmbäder Besucherscharen an: Die Klingnauer Badi verzeichnete rekordverdächtige 1300 Eintritte, die Döttinger sogar 1400. Doch für 40 Gäste nahm der Baditag ein unangenehmes Ende: Die Regionalpolizei büsste sie wegen Falschparkierens mit 40 oder 100 Franken – je nach Verstoss.

Schon am späten Pfingstmontag sprachen sich die eingefangenen Bussen wie ein Lauffeuer im Klingnauer Schwimmbad rum: «War das wirklich nötig?», fragte man sich am Badikiosk-Stammtisch. An der Klingnauer Gmeind letzte Woche wurde das Thema noch einmal angesprochen: Mehrere Votanten ärgerten sich über die Bussen – schliesslich seien doch sämtliche Parkfelder belegt gewesen.

Es hat noch weitere Parkplätze

Recherchen der az zeigen jedoch: Das ist nur die halbe Wahrheit. Klingnaus Badmeister Urs Zimmermann führt nämlich aus, dass Badigäste auch auf der Zirkuswiese – wenn sie gemäht ist – sowie auf einer kleinen Wiese vor der Abzweigung zum Fussballplatz parkieren können. Allerdings sind das Geheimtipps. «Am Pfingstmontag wurden wir vom Ansturm überrascht», sagt Zimmermann.

Zudem war ein Teil der Parkplätze von einem Bauunternehmen besetzt, das im Quartier Werkleitungen erneuert und Strassen saniert. «An einem schönen Sommertag stehen aber auch ohne diese genügend Parkplätze zur Verfügung.» Dennoch: Manche Gäste parkieren auf den Feldern für Motorräder direkt beim Eingang. Oder bei den schattigen Plätzchen am Radweg und am Brüggliweg – trotz Verbotstafeln. Sie versperren landwirtschaftlichen Fahrzeugen den Weg und sorgt bei Radfahrern für heisse Köpfe.

Die Regionalpolizei Zurzibiet verteidigt die Parkbussen: «In Klingnau hat ein besorgter Fahrradfahrer angerufen», sagt Chef René Lippuner. Auf dem Radweg sei kaum ein Durchkommen gewesen. Für den Langsamverkehr habe eine Gefährdung bestanden. «Anschliessend, infolge Rechtsgleichheit, wurden auch die anderen gebüsst.» In Döttingen haben Anwohner bei der Repol angerufen. «Wir sind auch während unserer Patrouillen darauf angesprochen worden», sagt Lippuner. Zudem wünsche die Gemeinde selbst die Kontrollen.

Geheimtipps auch in Döttingen

Dass an den wenigen Spitzentagen bei der Döttinger Badi ein Parkplatzproblem besteht, bestätigt Badmeister Peter Sibold. Wobei er anfügt: «Für manche Parkplätze muss man 300 bis 400 Meter weit in Richtung Dorf laufen.» Gewisse Autofahrer würden dann ihr Auto lieber im Parkverbot abstellen und eine Busse riskieren. Geheimtipps gebe es auch in Döttingen: Am Wochenende könne man auf den nahen Plätzen von ein oder zwei Gewerbebetrieben parkieren.

Selten komme es vor, dass er sogar selbst die Repol wegen eines Falschparkierers aufbieten müsse: Dann nämlich, wenn auf dem Wendeplatz vor der Badi die Zufahrt für Krankenwagen nicht mehr gewährleistet ist und sich der Autolenker auch nach zwei bis drei Stunden nach dem öffentlichen Ausrufen nicht gemeldet habe. «Dann bleibt mir nichts anderes übrig.»

Wäre angesichts der Parkplatzsituation am Pfingstmontag nicht ein Aufruf durch den Bademeister an die Falschparkierer angebracht gewesen? «Ja «, sagt Repol-Chef Lippuner – und weist gleich auf das Dilemma der Beamten hin: «Aber dann wäre die Rechtsgleichheit wieder ins Spiel gekommen. Was, wenn nur ein Teil die Meldung gehört hätte und weggefahren wäre?»

Für ihn ist klar: «An Spitzentagen muss ein Verkehrsdienst organisiert oder zumindest eine klare Signalisation aufgestellt werden.» Die Repol habe die Gemeinden orientiert. Urs Zimmermann will sich in der Klingnauer Schwimmbadkommission für eine verbesserte Signalisation einsetzen. Für das anstehende Wochenende – mit Temperaturen bis zu 30° Celsius – geht er davon aus, dass auch ohne die Geheimtipps genug Parkplätze vorhanden sein werden.