Das Thema brennt, die Zeit eilt. Über 100 Frauen und Männer wollten von der Kreisschulpflege für die Oberstufe unteres Aaretal (OSUA) wissen, was die Konzentration auf den Standort Klingnau bedeutet.

Gründe für einen Zusammenschluss gibt es im Dutzend, die heutige Lösung mit 4 Klassen und 57 Schülern in Döttingen und 13 Klassen mit 195 Schülern in Klingnau ist kompliziert, ineffizient und damit teurer. Für die geplante rasche Umsetzung auf das Schuljahr 2016/17 müssen jetzt die Stimmbürger der drei beteiligten Gemeinden ins Boot. Mit neuen Satzungen müssen sie in wenigen Wochen dem Grundsatz zustimmen, die Klingnauer überdies zu einem Kredit von 1,1 Millionen Franken Ja sagen.

Vier zusätzliche Schulzimmer

Der schon akute Raummangel lässt sich bei einem Standort Klingnau nur mit einem Neubau lösen. «Um Zeit und Geld zu sparen, haben wir einen Modulbau gewählt», sagte der Klingnauer Gemeinderat Felix Lang. Der zweistöckige Neubau ist auf der Wiese nordwestlich der Schulanlage Schützenmatt geplant. Er enthält vier Klassenzimmer und ist für 1,1 Millionen Franken relativ günstig zu haben. Nach der Prüfung von Alternativen «hoffen wir auf einen positiven Entscheid», gab Lang den Stimmberechtigten einen deutlichen Wink. Das Provisorium habe auch den Vorteil, auf die künftigen Entwicklungen der Bezirksschulen im Zurzibiet flexibel reagieren zu können. Von Lehrerseite kam die Forderung, es brauche auch Nebenräume und eine definitive Lösung für einen attraktiven Schulstandort.

Bessere Qualität und Effizienz

Einen blumigen Strauss von Vorteilen präsentierte OSUA-Schulpflege-Präsident Thomas Angst der interessierten Zuhörerschaft. Mit dem Zusammenschluss werde klassen- und stufen-übergreifender Unterricht möglich, die Abläufe liessen sich vereinfachen und viele Synergien nutzen. Alle Kinder einer Familie könnten am gleichen Ort die Oberstufe besuchen. Die teure Infrastruktur werde besser ausgelastet und damit die Effizienz gesteigert. Kurz und bündig: «Für eine hohe pädagogische Qualität brauchen wir den Standort Klingnau». So lautete das Fazit von Thomas Angst nacheiner Präsentation.

Die Döttinger Behörde ist damit einverstanden, den Vorteil begründet Gemeinderat Peter Schödler damit, bei der Sanierung des Schulhauses Rebhalde lasse sich viel Geld sparen. Zudem braucht es für die Primarschule am Ort keine weiteren Schulräume. Für die Koblenzer wird der Schulweg einheitlich und kürzer.

Weitere Konzentration in Sicht

Bewegung wird mittelfristig auch in die Bezirksschule kommen, der Kanton hat klar gemacht, dass er nicht mehr alle drei Standorte Klingnau, Leuggern und Bad Zurzach akzeptieren wird. Eine Arbeitsgruppe der Gemeinden hat vorgespurt, eine Projektgruppe mit der Lehrerschaft soll ab 2016 nach Lösungen suchen. In der Information und Diskussion wurde es als denkbar erachtet, auch die Bez Leuggern zu integrieren – natürlich aus Klingnauer Sicht. Der Platz ist jedoch knapp, weil der Mülihof wegen Beschwerden aus der Zone für öffentliche Bauten gefallen ist. Die Bez-Standorte im Zurzibiet werden allerdings noch viel zu reden geben.