Die Gemeinde Bad Zurzach ist mit dem Jahrhundertprojekt Ostumfahrung einen riesigen Schritt weiter: Das Bundesgericht ist auf die Beschwerde der letzten Gegnerin nicht eingetreten, so wie schon das Aargauer Verwaltungsgericht im Juni auf den Rekurs der Frau. Die Pensionärin, die in Bad Zurzach aufgewachsen ist und in Dietikon wohnt, besitzt zusammen mit einer Erbengemeinschaft in unmittelbarer Nähe der geplanten Ostumfahrungsstrecke ein unbebautes Stück Land. Sie hatte sich gegen das 75-Millionen-Projekt gewehrt, nachdem der Aargauer Regierungsrat grünes Licht gegeben hatte. 

«Es freut uns sehr, dass nach dem klaren Ja der Stimmbevölkerung im Januar 2012 der Weg nun endlich frei ist», sagt Bad Zurzachs Gemeindeammann Reto S. Fuchs. «Die Ostumfahrung hilft uns, den Ortskern zu entwickeln und die Lebensqualität zu erhöhen. Wir wollen zusammen mit dem Kanton die weiteren Schritte nun zügig einleiten.»

Mit der Ostumfahrung soll der Nord-Süd-Verkehr aus dem historischen Ortskern, den die Einheimischen "Flecken" nennen, gelenkt werden. Der Flecken soll damit aufgewertet werden, nicht zuletzt für die Liegenschaftsbesitzer. Der Ortskern wird morgens und abends durch den Berufsverkehr stark frequentiert. 

Der nächste Schritt der Ostumfahrung ist das Landerwerbsverfahren. Parallel dazu wird die Submission der Hauptarbeiten vorbereitet. Der Baubeginn erfolgt voraussichtlich Anfang 2020, wie das kantonale Departement Bau, Verkehr und Umwelt (BVU) mitteilt. 

Die Bezeichnung Flecken rührt von der früheren Bezeichnung Marktflecken, die auf die jahrhundertelange Markttradition von Zurzach ableitet. (pz/afr)