Leibstadt

OL-Läufer machen bei der Postensuche im Wald nebenbei Entdeckungen

Drei Generationen im Ödenholz bei Leibstadt: Der kleine Orientierungsläufer quittiert den Posten bei der Weggabelung für seine Mutter und den Grossvater.

Drei Generationen im Ödenholz bei Leibstadt: Der kleine Orientierungsläufer quittiert den Posten bei der Weggabelung für seine Mutter und den Grossvater.

Am Zurzacher Orientierungslauf haben 400 Teilnehmerinnen und Teilnehmern teilgenommen. Sie sind nicht nur aus dem ganzen Aargau, sondern auch aus dem nahen Züribiet angereist.

Friedlich ist die Stimmung am Sonntagmorgen beim Forsthaus «Bossehus» bei Leibstadt. Läuferinnen und Läufer jeden Alters machen sich bereit für den Zurzacher OL. In bunten Sportkleidern schnüren sie die Schuhe, stecken den Kompass und den «elektronischen Finger» ein. Mit diesem werden sie bei Start und Ziel die Zeitmessung auslösen und die gefundenen Posten stempeln. Aus dem ganzen Aargau und dem angrenzenden Züribiet sind sie angereist.

Konzentriert ist die Atmosphäre bei der Startanlage. Ein letztes Durchatmen nach dem Aufwärmen. Dann gilt es, beim Startprozedere die richtige Karte zu behändigen. Minute um Minute werden die Sportler auf einen der 13 Parcours mit über 20 Posten geschickt. Die Organisatoren am Start behalten den Überblick und bleiben auch bei grossem Ansturm ruhig. Am Ende der Veranstaltung werden es gegen 400 Startende sein, etwa so viele wie sich OK-Chef Thomas Sommer von der OL-Gruppe Cordoba (Baden-Brugg-Zurzach) erhofft hatte.

Ehrgeiz und Gelassenheit

Ruhig geht es auch im noch feuchten Wald zu und her. Grossväter führen ihre Enkel an der Hand zum nächsten Posten. Ehrgeizige Nachwuchsläuferinnen schnaufen über einen steilen Pfad. Gewitzte Senioren versichern sich 50 Meter vor dem Posten, dass sie noch auf dem richtigen Weg sind. Turner eilen zur orange-weissen Postenflagge. Manche Teilnehmer nehmen es da gemütlicher. Sie bemerken die Pilze unter den Fichten und freuen sich an den bunten Blättern. Oder sie sehen ein Eichhörnchen und ein Reh.

Hektischer wird es erst gegen Ende des Rennens. Die Läuferinnen und Läufer sind schweissnass. Sie richten mit dem Kompass ihre Karten und erreichen den letzten sicheren Punkt vor dem nächsten Posten. Doch die Postenflagge will sich nicht von alleine zeigen. Ein kurzer Schreck. Wo ist die gesuchte Grube? Ein kleiner Umweg nach links, da hinter der dicken Tanne! Endlich kann der nächste Posten angelaufen werden.

Eine familiäre Stimmung herrscht am Ziel. Lauthals wird der Nachwuchs angespornt. Auch die Konkurrenten verdienen einen Applaus. Danach beginnt das grosse Vergleichen. Auf den nassen OL-Karten zeigen sich die Wettkämpfer gegenseitig, welche Routen sie gewählt haben und kommen auch auf Umwege und Schwierigkeiten zu sprechen.

Zwischenzeiten werden anerkennend kommentiert. Längere Suchaktionen bereiten jeder Orientierungsläuferin und jedem Orientierungsläufer Ärger. Doch spätestens in der Wettkampf-Beiz bei Risotto, Kaffee und Kuchen sind alle zufrieden über ihre sportliche Leistung.

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