Zurzibiet

Oberstufe Unteres Aaretal steigt bei Kreisschule aus: «Wir finden kein Gehör»

Schulhaus Schützenmatt in Klingnau. (Archiv)

Schulhaus Schützenmatt in Klingnau. (Archiv)

Rückzug aus Protest: Die Oberstufe Unteres Aaretal (OSUA) verlässt das Projekt «Schaffung der Kreisschule Aaretal».

Die zukünftige Gestaltung der regionalen Schullandschaft gibt weiterhin zu reden. Das Projekt «Schaffung Kreisschule Aaretal» sorgte etwa an den Gemeindeversammlungen in Klingnau und Döttingen für hitzige Diskussionen. Nun gab die Schulführung der Kreisschule Oberstufe Unteres Aaretal OSUA (Gemeinden Klingnau, Döttingen und Koblenz) bekannt, dass sie sich aus dem Projekt zurückzieht, in das insgesamt neun Gemeinden aus dem Westen des Zurzibiets involviert sind. In den letzten Tagen wurden Eltern, der Vorstand des Gemeindeverbands OSUA, alle Gemeinderäte der Verbandsgemeinden und Projektleiter Patrick Gosteli über den Schritt informiert.

Thomas Angst, Präsident der OSUA-Kreisschulpflege, kritisiert in einem Info-Schreiben an die Eltern der Schüler drei Punkte.

Die OSUA-Schulführung könne sich mit der Konzeption des Projekts, die Bezirksschulen von Klingnau und Leuggern nach Kleindöttingen zu verlegen, nicht identifizieren. Die OSUA will alle drei Schultypen, also Bez, Sek und Real, unter einem Dach. «Ein isolierter Bezirksschulstandort widerspricht unserer pädagogischen Grundhaltung», sagt Angst.

Bereits als im Mai das Projekt vorgestellt wurde, kritisierte Angst, dass die Schulbehörden übergangen wurden. Sie wurden in der Folge in Steuer- und Arbeitsgruppen integriert. Nun zieht sich die OSUA aber zurück, weil sie kein Gehör findet. «Wir mussten feststellen, dass unsere Alternativvorschläge weder erwünscht noch als prüfenswert erachtet werden», sagt Angst.

Auszug aus dem Brief der OSUA an die Eltern der Schüler.

Auszug aus dem Brief der OSUA an die Eltern der Schüler.

Wie bereits in der az vom 10. November kritisiert die OSUA den ambitiösen Zeitplan. So sollen bis Ende März 2017 alle Dokumente (namentlich die Satzungen), die für die Gemeindeversammlungen im Sommer vorliegen müssen, fertiggestellt sein. «Es ist nicht seriös, in einem halben Jahr drei Schulverbände aus neun Gemeinden in einen einzigen Schulkreis zu überführen», sagt Angst.

Eigene Alternative ausarbeiten

Eine weitere Mitarbeit in den Steuer- und Arbeitsgruppen zur «Schaffung der Kreisschule Aaretal» wäre deshalb «unehrlich und ineffizient». Die Schulführung der OSUA erachtet es als ihre Pflicht gegenüber den Schülern, gegenüber den Eltern der drei Verbandsgemeinden und auch gegenüber den Lehrpersonen, sich für ein starkes und auch in Zukunft alle Oberstufen umfassendes Oberstufenzentrum einzusetzen. Kommt hinzu, dass in Klingnau Pläne für einen Campus mit bis zu 600 Schülern existieren. Die Gemeinde ist daran, bis 2030 die Zonenplanänderung vorzunehmen. Auch aus diesem Grund kann Angst nicht verstehen, weshalb man die Bezirksschule nun in eine andere Gemeinde auslagern soll.

Der Austritt aus den Steuer- und Arbeitsgruppen sei mutig und auch bedauerlich, weil die OSUA nun keinen direkten Einfluss mehr nehmen könne, sagt Angst. Ihm ist es aber ein Anliegen, dass den Stimmbürgern an den Sommergmeinden Alternativlösungen unterbreitet werden. «Ich hätte mir gewünscht, dass in den Projektgruppen zwei Vorschläge ausgearbeitet werden, damit eine echte Auswahl besteht.» Nun will die OSUA selber an alternativen Lösungen arbeiten, um diese dann den Stimmbürgern vorzulegen.

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